Aachen - Kita-Kinder sollen in Container umziehen

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Kita-Kinder sollen in Container umziehen

Von: Margot Gasper
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Das Gelände der städtischen
Das Gelände der städtischen Kindertagesstätte Weißwasserstraße dürfte demnächst für einige Zeit verwaist sein. Für die Zeit der Philips-Sanierung ist ein Ausweichquartier in Foto: Harald Krömer

Aachen. Hilde Scheidt sieht nur eine Lösung. „Die Kita Weißwasserstraße muss ausgelagert werden”, erklärte die Bürgermeisterin und jugendpolitische Sprecherin der Aachener Grünen am Dienstag.

Normaler Kindergartenbetrieb an der Weißwasserstraße, während direkt nebenan über Monate eine große Altlastensanierung auf dem Philips-Gelände angepackt werde, das ist aus Scheidts Sicht nicht miteinander zu vereinbaren.

Einen Ausweichstandort hat man bereits in den Blick genommen: gleich hinter der Grundschule Barba­rastraße, neben dem Spielplatz, dort wo seinerzeit einmal Gärten für die anliegenden Mieter geplant waren. „An der Stelle wird eine Container-Lösung favorisiert”, so Scheidt. In mehreren Gesprächen mit Bau- und Planungsdezernentin Gisela Nacken sei dieser Vorschlag erarbeitet worden.

Die Eltern der städtischen Kindertagesstätte Weißwasserstraße dürften diese Entwicklung mit großer Erleichterung aufnehmen. Sie hatten sich vehement für einen Ausweichstandort für die Dauer der Sanierung ausgesprochen und noch kurz vor Weihnachten einen Protestbrief an die Philips-Verantwortlichen und Oberbürgermeister Marcel Philips geschickt (wir berichteten).

Die Eltern wollen ihre Kinder weder dem Risiko erhöhter Schadstoffbelastung aussetzen, noch über viele Wochen Lärm, Staub und Erschütterungen akzeptieren. „Die Container-Lösung wäre perfekt”, erklärte Elternratsvorsitzende Claudia Coesfeld am Dienstag, „wir wären total glücklich, wenn das so klappen könnte.”

Der angepeilte Standort an der Barbarastraße ist aus Sicht von Hilde Scheidt ideal. „Das Gelände ist ein gutes Stück weit weg vom Sanierungsgebiet, aber für die Eltern ist es nur ein Katzensprung.” So müsse kein Fahrdienst für die Kinder organisiert werden, und lange Fußmärsche seien auch nicht nötig. „Die Kita-Kinder können außerdem den Schulhof und den anliegenden Spielplatz nutzen”, so Scheidt.

Vor allem aber könnten in den Container-Räumen alle 50 Kinder und die 16 Beschäftigten der Kita gemeinsam untergebracht werden. „Es gibt einen geregelten und geordneten Umzug, und alle bleiben zusammen”, hofft Scheidt. Auf keinen Fall könne es angehen, dass die Kindertagesstätte zunächst am alten Standort bleibe und dann plötzlich eine Notlösung her müsse. „Dann fangen wir nämlich an, die Kinder auf andere Einrichtungen zu verteilen.”

Über Jahrzehnte waren auf dem Philips-Gelände gesundheitsgefährdende Leichtflüchtige Chlorierte Kohlenwasserstoffe (LCKW) in Boden und Grundwasser gedrungen. Auf der ersten Sanierungsfläche direkt neben der Kindertagesstätte an der Weißwasserstraße und unweit von Wohnhäusern an der Hütten- und der Weißwasserstraße werden fünf Meter tief 16 000 Tonnen kontaminierter Boden ausgebaggert.

Die Vorarbeiten sollen nach bisheriger Planung bereits im Februar beginnen, die Erdarbeiten sollen ab Ostern bis zum Ende Sommerferien dauern.

Dieser Terminplan könnte sich durch die angestrebte Containerlösung allerdings verzögern. In einem Monat sei ein Ausweichquartier für die Kita nicht herzurichten, weiß Scheidt. „Aber das Gelände liegt schon so lange brach, da wird es auf diese Zeit doch wohl auch nicht mehr ankommen.”

Abstimmungsgespräch

Die Bürgermeisterin ist überzeugt, dass auch der Koalitionspartner CDU eine Auslagerung der Kindertagesstätte unterstützt. Die Vorsitzende des Kinder- und Jugendausschusses, CDU-Ratsfrau Ruth Wilms, hatte bereits im Ausschuss bekräftigt, dass die Fürsorge für Kinder und Beschäftigte Vorrang habe. Wenn die Bedingungen unzumutbar seien, müsse die Kita ausgelagert werden.

Nächste Woche gibt es in Sachen Sanierung ein weiteres Abstimmungsgespräch. Dann dürfte es auch um die Kosten für die angestrebte Container-Lösung gehen.
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