Aachen - Kirchenneubau erregt die Gemüter

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Kirchenneubau erregt die Gemüter

Von: Martina Stöhr
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Nicht unumstritten: Auf dem renaturierten Grundstück an der Vaalser Straße soll eine neue Kirche gebaut werden. Foto: Harald Krömer

Aachen. Der Tenor der Bürger bei so genannten Anhörungen ist fast immer der gleiche: Wir können zwar unsere Meinung sagen, aber die Politik hat ja schon alles beschlossen. Diesmal ging es um den geplanten Kirchenneubau an der Vaalser Straße.

Dass die Stadt ausgerechnet ein Ausgleichsgrundstück an die Evangelische Kirche verkauft, damit sie dort ein neues Gemeindezentrum mit Kirche bauen kann, konnte ein Teil der rund 50 interessierten Bürger nicht nachvollziehen.

„Da wurde die Ausgleichsfläche gerade mit Erfolg renaturiert, und jetzt wird sie wieder zerstört“, hieß es aus dem Auditorium. Das Grundstück in der Nähe des Westfriedhofs gegenüber der Einmündung des Pariser Rings wurde vor rund 15 Jahren als Ausgleichsfläche für den Erweiterungsbau der Justizvollzugsanstalt in der Soers mit heimischen Hölzern bepflanzt und renaturiert. Mit Erfolg, wie die Anwohner meinen. Doch nun soll genau dort gebaut werden.

Ähnlich haben auch die Grünen auf politischer Ebene argumentiert: „Für eine glaubwürdige zukünftige Stadtplanung ist es wichtig, einmal ausgewiesene Ausgleichsflächen zu erhalten und nicht durch neue Bebauung zu belasten.“

Klosteranlage

Harald Lange, Baukirchmeister der Evangelischen Kirche Aachen, stellte nun die Pläne bei der Bürgeranhörung im Dietrich-Bonhoeffer-Haus am Kronenberg vor. Danach wird in einem Abstand von zehn Metern zum Dorbach gebaut. Geplant ist eine klassische Klosteranlage mit Gemeinderäumen und Kirche. Der beigefarbene Ziegelbau soll einstöckig werden mit einem Aufsatz für die Küsterwohnung und die Diakonie. „Es wird eine einfache, robuste und kompakte Anlage“, führte Lange aus. Das Haus stehe recht nah an der Vaalser Straße. Vorgesehen sei auch, den Dorbach mit Korbweiden zu bepflanzen. Man habe bei der Planung alle Vorgaben der Stadt berücksichtigt.

Und die hat laut Klaus Meiners, Abteilungsleiter im Fachbereich Umwelt, sehr genau geprüft, ob ein Bauvorhaben auf dem Ausgleichsgrundstück unter umwelttechnischen Gesichtspunkten zu vertreten ist. Die vielzitierte Kaltluftschneise bleibe von dem Vorhaben unberührt. Um sie nicht zu beeinträchtigen, habe man auch auf einen mehrstöckigen Bau verzichtet, sagte Lange. Und von dem insgesamt 6000 Quadratmeter großen Grundstück würden auch nur 3000 genutzt. Der Rest bliebe als Naturraum erhalten.

Pfarrer Mario Meyer, Vorsitzender der Evangelischen Kirche Aachen, ließ keinen Zweifel daran, dass es keine Alternative für den Bau der Kirche mit Gemeindezentrum auf dem Ausgleichsgrundstück gibt. Nach jahrelangen Diskussionen und Bemühungen, ein geeignetes Grundstück zu finden, habe man an der Vaalser Straße das ideale Areal gefunden. Es liege genau an der Grenze der zwei Kirchenbezirke, die zusammengelegt werden sollen. Geplant sei, das Gemeindezentrum „Arche“ in Gut Kullen und das Dietrich-Bonhoeffer-Haus zu verkaufen und ein gemeinsames, neues Gemeindezentrum auf dem neuen Grundstück zu errichten.

Bebauungsplan

Die Reaktionen der Bürger waren unterschiedlich: Während die einen die Pläne ausdrücklich begrüßten, kritisierten andere vehement die Wahl des Grundstücks.

Gabriele Klamke vom Fachbereich Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen erläuterte, dass Bezirksvertretung und Planungsausschuss mehrheitlich gegen die Stimmen der Grünen bereits ihre Zustimmung gegeben haben. Jetzt stünden zunächst die Aufstellung des Bebauungsplans und die Änderung des Flächennutzungsplans auf der Agenda. Danach würden die Pläne öffentlich ausgelegt. Mit einem endgültigen Beschluss sei dann im kommenden Jahr zu rechnen.

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