Kino im Tivoli: Luftige Leinwand aufgeblasen

Von: Martina Feldhaus
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Vor Filmstart genießen die Verantwortlichen den Blick auf die gigantische Leinwand: Kinobetreiber Leo Stürtz, Leinwand-Inhaber Christoph Schreiber und Markus Krieger von Alemannia Aachen (v.l.). Foto: Harald Krömer

Aachen. Open Air in einem Fußballstadion und auf einer riesigen Leinwand: Filmfans kamen am Montag zu einem ganz besonderen Kinogenuss. Erstmals wurde der Tivoli zum Kinosaal. Über die Bühne ging die beliebte französische Komödie „Ziemlich beste Freunde”.

Zwei Wochen lang sind an der Krefelder Straße nun täglich (bis auf Freitag, 27. Juli) erfolgreiche Filme wie „Inception”, „Hangover” und „Ice Age 4” zu sehen. Besucher dürfen dafür sogar ausnahmsweise auf den schwarzen Business-Sitzen der Haupttribüne Platz nehmen. Und damit in dem Stadion mit einer Gesamtfläche von mehr als 30.000 Quadratmetern auch die Optik beim Zuschauer gut ankommt, musste für die neue Filmreihe eine ganz spezielle Leinwand her.

„Die größte aufblasbare Leinwand der Welt”, wie der Münchener Betreiber Christoph Schreiber am Montagnachmittag stolz verkündete. 20 Meter breit, 40 Meter hoch und befüllt mit rund 1,2 Millionen Litern Luft - das sind die Eckdaten der gigantischen Projektionsfläche, die direkt vor der AachenMünchener-Tribüne auf dem Rasen am Randbereich steht.

Die vielen Kubikmeter Luft hatten zahlreiche Helfer in der Nacht zum Montag in die riesige Luft-Leinwand gepumpt. Knapp neun Stunden dauerte die Prozedur, die wegen des Testspiels gegen Rot-Weiß Essen nicht früher möglich gewesen war. Tagsüber wurde am Montag dann letzte Hand an Technik - eine hochmoderne Tonanlage und einen Projektor mit besonderer Pixel-Leistung - und Konstruktion angelegt. Anschließend folgte die Abnahme durch Spezialisten für Statik und Sicherheit. Sie stellten keine Probleme fest.

Zwar hatte Christoph Schreiber eigentlich nichts anderes erwartet, schließlich hat er seine Leinwände schon beim Filmfestival in Venedig, im neuseeländischen Oakland und in Hongkong aufgestellt. Etwas Überzeugungsarbeit musste er in Aachen dennoch leisten. „Weil die Leinwand nicht aus festem Material besteht, sondern sich mit dem Wind bewegt, sind viele erstmal skeptisch. Aber wenn ich erkläre, wie das ganze funktioniert, sind die Zweifel schnell ausgeräumt.” So gebe die Leinwand ab Windstärke 6 automatisch nach und sinke kontrolliert in sich zusammen. „Das ist viel sicherer als ein starres System.” Der windige Aachener Sommer macht Schreiber daher keine Sorgen. Und auch nicht der viele Regen. „Die Leinwand kann ja auch schwimmen.”

Der nasse Juli ist eher ein Thema für Leo Stürtz. Der Geschäftsführer des Alsdorfer Cinetowers und Aachener Cineplex ist der Initiator der ungewöhnlichen Open-Air-Kinoreihe. Er freute sich am Montag über die ausverkaufte erste Vorstellung. Für alle anderen Abende gibt es noch Karten. So hofft Stürtz, wie so viele Aachener, auf sommerlicheres Sommerwetter. Und mit ihm auch der Rotary-Club Aachen-Nordkreis, dessen Mitglied Stürtz ist und der sich als Projektpartner engagiert. Denn die Erlöse des ungewöhnlichen Filmerlebnisses gehen an die Hilfsaktion „Menschen helfen Menschen” unserer Zeitung. Vor Ort sorgen Stürtz und seine Mitstreiter stets mit Popcorn und Eiscreme für stilechte Kino-Atmosphäre.

Karten für alle Vorstellungen gibt es für 9 bis 12 Euro an der Cineplex-Kasse im Kapuzinerkarree und an der Abendkasse. Kino-Betreiber Stürtz gibt noch einen persönlichen Tipp: „Wer sich amüsieren will, sollte am 26. Juli zur Sneak Preview kommen.”
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