Kinder fordern mehr Platz in ihren Schulen

Von: Rolf Hohl
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Vor ihrem Besuch bei Oberbürgermeister Marcel Philipp im Rathaus hatten sich die Grundschulkinder Gedanken über Kinderrechte gemacht. Frieden, Chancen und Neugier vermerkten sie auf bunten Pappschildern – aber auch Joghurt. Foto: Harald Krömer

Aachen. „Reißen Sie den alten Pavillon ab und bauen Sie eine neue Mensa!“ Dieser Wunsch kam von Kindern der Grundschule Richte­rich. Aber auch weniger drastische Forderungen haben die Kinder der Aachener Grundschulparlamente am Donnerstag Oberbürgermeister Marcel Philipp vorgetragen.

Zum 25. Geburtstag der UN-Kinderrechtskonvention kontrollierten Schülerinnen und Schüler aus zehn Grundschulen der Umgebung, ob der OB seine Hausaufgaben erledigt hatte.

Bereits vor einem Jahr waren die Kinder auf eine Initiative der Unicef-Arbeitsgruppe Aachen im Rathaus zu Besuch, um ihre Verbesserungsvorschläge anzubringen. Und auch dieses Jahr haben sie einige Wünsche mitgebracht, wie die Stadt kinderfreundlicher werden könnte. Auf bunten Pappschildern forderten sie etwa das Recht auf Frieden, Chancen und Neugier – aber auch Joghurt war auf einem Schild zu lesen.

Auf Applaus folgt Schelte

Philipp wies die Kinder in seiner Begrüßung darauf hin, dass sie neben ihren Rechten natürlich auch Pflichten gegenüber ihren Mitmenschen hätten. „Auch die vielen Flüchtlinge, die derzeit in unser Land kommen, haben diese Menschenrechte, etwa auf Bildung. Und indem wir sie in unsere Gesellschaft mit einbinden, ermöglichen wir ihnen erst, diese Rechte wahrzunehmen“, sagte er.

Bei der Kontrolle der Hausaufgaben aus dem vergangen Jahr konnten die rund 50 Kinder hinter vieles zufrieden einen Haken setzen. Toiletten wurden saniert, Dämmplatten verbaut und Spielgeräte repariert.

Doch neben Applaus gab es auch Schelte, wie etwa von den Kindern der Grundschule Gerlachstraße. Dort verweigerten Türgriffe manchmal ihren Dienst, so ihre Beschwerde. Das führe oft zu peinlichen Situationen und langen Wartezeiten. „Das kriegen wir ziemlich schnell wieder hin“, zeigte sich Philipp zuversichtlich. Ein anderes Problem dagegen wird wohl nicht so leicht zu beseitigen sein. Dieses Problem, das nahezu alle Schüler im Rathaus beklagten, ist der mangelnde Platz.

„Wir brauchen zusätzliche Räume für die Mittagspause und zum Lernen. Jetzt sitzen alle in der Mensa und machen ihre Hausaufgaben, während andere noch essen“, schilderte Julia von der Grundschule Richterich die dortige Situation. Auch Christa Wagenführ, Lehrerin an der Grundschule Brander Feld, bemängelt den immer knapper werdenden Platz in den Unterrichtsräumen. „Teilweise müssen wir zwischen den einzelnen Lektionen die Möbel aus dem Klassenzimmer räumen, damit wir genügend Platz haben“, sagte sie.

Neubauten sind teuer

Philipp musste jedoch bei den Forderungen nach mehr Räumen relativieren. „Neu zu bauen kostet immer sehr viel und ist nicht immer möglich. Manchmal muss man auch nach organisatorischen Lösungen suchen“, sagte er und ergänzte: „Wenn aber etwas nicht geht, dann sagen wir das offen.“

So nahm der Oberbürgermeister neben vielen freundlichen Einladungen einen Stapel neuer Hausaufgaben mit in sein Amtszimmer. Er werde dann wohl einmal mit seinem Baumeister vorbeikommen, sagte er schmunzelnd zum Abschied.

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