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Kinder als „Tier-Reporter”: Die Pinguine kommen groß raus

Von: Christiane Husmann
Letzte Aktualisierung:
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Recherche im Tierpark: Mit Stift, Block und Kamera waren die jungen „Tier-Reporter” zu Besuch bei den Brillenpinguinen. Foto: Harald Krömer

Aachen. Mit großen Augen bestaunen rund 30 Kinder die Brillenpinguine im Aachener Tierpark. Die schwarz-weißen Frackträger schauen mit neugierig geneigten Köpfen zurück. An Zuschauer sind sie gewöhnt. Aber gleich so viele Kinder in neongrünen Westen mit der Aufschrift „Tier-Reporter” - das gab es noch nie.

„Die sind so süß, und die watscheln so komisch”, findet Yannick. Freudestrahlend nestelt der Neunjährige an der mitgebrachten Einwegkamera. Die Fotos sind wichtig für sein Tierpark-Tagebuch. Darin muss er noch viele Informationen über die Aachener Brillenpinguine festhalten, und ein Foto darf auch nicht fehlen.

Yannick und seine vier Freunde sind in der Brillenpinguin-Gruppe und wollen mit ihren Informationen anderen Tierparkbesuchern die Tiere aus Südafrika näher bringen. Sie nehmen teil am Projekt „Was träumt das Kamel bei Vollmond?”, einer Kooperation des Tierparks, des Kinder- und Jugendbegegnungszentrums Driescher Hof, des Tierparksponsors Germax Media und des „Netzwerks Eigenarbeit”.

Zwei Schulen machen mit

Die Idee dazu entstand beim Sponsor Germax Media, der die Internetseite des Tierparks betreut. Die Mitarbeiter wollten den Internetauftritt ein wenig aufpeppen und die Tiere im Tierlexikon aus Besuchersicht beschreiben.

Für ihre Idee vermittelte der gemeinnützigen Verein „Netzwerk Eigenarbeit” einen passenden Kooperationspartner, und schnell griffen die Offene Ganztagsschule der Gemeinschaftsgrundschule Driescher Hof, die Förderschule am Rödgerbach und ihr Kooperationspartner, das Kinder- und Jugendbegegnungszentrum Driescher Hof zu. 46 Kinder zwischen acht und 13 Jahren machen mit. „Wir merken, dass die Kinder mit Feuereifer bei der Sache sind und sogar am Wochenende Texte über die Tiere schreiben”, begeistert sich Sandra Jansen, Leiterin des Begegnungszentrums.

Seit einem Monat bereiten sie und ihre Kollegen das Projekt mit den Kindern vor. Sie wälzen Lexika, durchsuchen das Internet und schauen TV-Dokumentationen an. Die Kinder finden heraus, was die Tiere am liebsten fressen, wo ihr Herkunftsland liegt oder wie groß sie werden können. Die Infos stellen sie zu Texten zusammen und kleben die Bilder dazu.

Derzeit sammeln die Gruppen Informationen zu Servalen, Waschbären, Schneeeulen, Steppenzebras, Präriehunden und natürlich zu den Brillenpinguinen. Manche Kinder lernen ihre Texte sogar auswendig und werden zu richtigen Experten. „Ich weiß zum Beispiel, dass die Präriehunde mit ihren Freunden zusammenwohnen”, referiert eine Nachwuchs-Tierforscherin.

„Ihre” Tiere live und in Farbe zu beobachten, ist für die Kinder ein Höhepunkt des Projekts. So wie Yannick und seine Freunde haben viele Kinder ihre Einwegkameras immer in der Hand, um jedes Detail festzuhalten. „Die Bilder sollen später zu den Texten der Kinder im Internet veröffentlich werden”, erklärt Germax Media-Geschäftsführer Michael Kunze. Auch Video- und Audiobeiträge über die Tiere sind geplant. Dafür gehen die Kinder ebenfalls als Tier-Reporter auf Erlebnistour.

Noch bis zum Sommer werden die kleinen Tier-Reporter forschen. Die Projektpartner sind begeistert von den engagierten Kindern und überlegen, das Projekt auch danach fortzuführen. Es gebe noch viele weitere Tierarten im Tierpark zu beschreiben, überlegt Kunze. Unterdessen haben sich die Kinder schon längst wieder mit ihren Gruppenleitern auf Entdeckungstour begeben.
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