Keiner weiß, wer Vorfahrt hat

Von: Werner Czempas
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Aachen. „Der Platz ist eine Katastrophe.” Anschaulich schilderte Bezirksbürgermeister Achim Ferrari (Grüne) in der Bezirksvertretung Aachen-Mitte seine Nöte als Autofahrer, wenn er in Burtscheid die Kreuzung Malmedyer Straße/ Gregorstraße/ Berdoletstraße/ Heißbergstraße ansteuert.

„Man ist verunsichert und weiß nicht, wie man da rüberfahren soll”, beschrieb Ferrari die unübersichtliche Lage.

Wie Ferrari geht es wahrscheinlich vielen anderen Autofahrern. Weshalb die SPD-Ratsfraktion beantragt hatte, die „fünfarmige” Kreuzung in Burtscheid zum Kreisverkehr umzubauen. Die Verwaltung prüfte denn auch den „großräumig angelegten Knotenbereich”. Sie kam allerdings zum Ergebnis, „die derzeitige Verkehrssituation beizubehalten”. Die Kreuzung funktioniere, und auch die Polizei stufe sie als „unfalltechnisch unauffälligen Knoten” ein.

Tatsache aber ist, dass bei den zugegebenermaßen nur wenigen „aufnahmepflichtigen Verkehrsunfällen” an der Burtscheider Kreuzung meistens die Vorfahrt missachtet wird. Insbesondere wird die Rechts-vor-links-Regel nicht beachtet. Was die Erfahrung des Bezirksbürgermeisters bestätigt, dass an dieser Ecke der Autofahrer nicht so recht weiß, wer wann wie Vorfahrt hat.

SPD will mehr Parkplätze

Die Bezirksvertretung Mitte wies daher einstimmig den Vorschlag der Verwaltung zurück, alles so zu lassen wie es ist. Die Verwaltung soll das Thema Kreisverkehr noch einmal aufgreifen und einen neuen Vorschlag erarbeiten.

Nicht durchsetzen konnte sich die SPD mit einem weiteren Antrag für Burtscheid, „die Fläche des mittlerweile aufgelösten Spielplatzes an der Kleverstraße dazu zu nutzen, den vorhandenen Parkraum auszuweiten”. Die Verwaltung wies auf den „Gesamtantrag” von CDU, SPD und Grünen aus dem Jahr 2008 zur „Stärkung des Wohn- und Versorgungszentrums Burtscheid (Verkehrskonzept)” hin. In diesem Rahmen werde auch die Überplanung des Spielplatzes aufgegriffen.

Während die anderen Fraktionen damit einverstanden waren, kritisierte die SPD „die Zögerlichkeit der Verwaltung” (Lilli Philippen). Längst hätte ein Beschluss gefasst werden können. Es sei ein „großer Wunsch” der Burtscheider Bürger, so SPD-Sprecherin Marlies Diepelt, mehr Parkplätze im Stadtteil zu schaffen.

Diepelt: „Es wird Zeit, dass an der Kleverstraße etwas passiert. Wir sollten nicht länger warten und möglichst schnell Parkraum schaffen.”

Auch mit ihrem Vorschlag, in der Viehhofstraße in Burtscheid zwischen Abteistraße und Klosterweiher das Schrägparken einzuführen, scheiterte die SPD. Die Viehhofstraße, argumentierte die Verwaltung, sei Teil des „Maßnahmeplans Radverkehr” und werde darin mit der zweithöchsten Priorität ausgewiesen. Unter anderem auch deshalb, weil die Fußgängerzone Kapellenstraße und Burtscheider Markt für den Fahrradverkehr gesperrt sei, was mehrfach in der Bezirksvertretung Mitte und im Bürgerforum diskutiert und vom Mobilitätsausschuss so beschlossen worden sei.

Die Bezirksvertreter folgten daher auch mit den Stimmen der SPD dem Vorschlag, in der Viehhofstraße kein Schrägparken, sondern Schutzstreifen für den Fahrradverkehr einzurichten.
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