Keine Spur von Sozialromantik

Von: Georg Dünnwald
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Bis zur Premiere des Zweipersonenstücks „Türkisch Gold” am 8. September im Geschwister-Scholl-Gymnasium wird noch heftig geprobt. Von links nach rechts: Regisseurin Ingrid Gündisch, Grenzlandtheater-Intendant Uwe Brandt und die Schauspieler Daniel Heck und Shadi Hedayti. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Greta, das Jugendtheater des Grenzlandtheaters, hat am kommenden Dienstag mit „Türkisch Gold” Premiere. Eine Stunde lang werden sich Luiza und Jonas auf der Bühne unterhalten und streiten. Sie werden miteinander lachen und weinen und während des Stücks in unzählige Rollen schlüpfen.

Luiza wird von der jungen Aktrice Shadi Hedayti, die an der Aachener Schauspielschule ihr Handwerk erlernte, gespielt. Daniel Heck stellt den etwa 16 Jahre alten Jonas dar. Heck war nach seiner Schauspielerausbildung in Köln zwei Jahre am Theater Koblenz engagiert.

„Türkisch Gold” ist ein aktuelles Jugendstück über Beziehungen zwischen Türken und Deutschen, eine komödiantische Beobachtung von Vorurteilen und eine zärtliche Liebesgeschichte zwischen den Kulturen.

„Ein kluges und unbequemes Stück darüber, wie Vorurteile entstehen und bedient werden”, kommentiert Grenzlandtheater-Intendant Uwe Brandt. „Wir bieten keine Sozialromantik rund um das Thema Integration”, stellt Brandt fest und hebt die „direkte Sprache, die auch schockieren kann”, hervor.

Kooperation mit Schulen

Die Uraufführung und auch die weiteren Termine hat Greta ins Ostviertel gebracht: Spielstätte ist die Aula des Geschwister-Scholl-Gymnasiums (GSG), Stolberger Straße 200, in unmittelbarer Nähe der Yunus-Emre-Moschee. Weil gerade im Aachener Osten die deutsche, die türkische und auch andere Kulturen aufeinandertreffen und in den Ostviertelschulen GSG, Hugo-Junkers-Realschule und Hauptschule Aretzstraße kulturelle Unterschiede und Erfahrungen sowohl positiv als auch negativ zum Alltag gehören, haben sich Brandt, seine Regisseurin Ingrid Gündisch und seine Dramaturgin Anja Junski mit den Leitern der drei Lehranstalten zusammengesetzt und eine Kooperation beschlossen.

Die Theaterpädagogin Monika Reichle bietet Lehrern Begleitmaterial an und hofft auf spannende Diskussion nach Ende des Stücks mit Schauspielern und der Regisseurin. „Geeignet ist âTürkisch GoldÔ für Schüler ab der siebten Klasse, Begrenzungen nach oben gibt´s keine. Auch Erwachsene werden das Stück interessant finden”, glaubt sie.

Davon konnten sich Journalisten während einer Pressekonferenz überzeugen. Das Bühnenbild ist ausgesprochen karg, ein ausgeschlachteter roter VW-Käfer, dem Jonas ein Ferrari-Logo verpasst und ein danebenstehender Autositz, der mit einem blauen Müllsack verdeckt ist, geben die gewollte Schrottplatzatmosphäre wieder.

Auf dem Schrottplatz treffen sich die deutschen Jugendlichen Jonas und Luiza, seine Lieblingsfreundin, immer wieder. Jonas war mit seinem Vater im Urlaub in der Türkei. Dort hat er sich in Aynur verliebt. Aynur ist eine in Deutschland geborene und lebende Türkin, sie wohnt quasi gleich um die Ecke. Begeistert und total verknallt erzählt Jonas der in ihn verliebten Luiza von der wunderschönen Aynur.

Beide spielen dabei durch, was alles passieren kann, wenn sich ein deutscher Junge in ein türkisches Mädchen verliebt. Wie reagieren ihre Eltern? Was sagen Marius und seine Nazi-Clique zur Liebschaft. Muss Jonas Moslem werden? Fragen, die nachgespielt werden. Beantworten muss man sie sich selbst. Deshalb auch die pädagogische Nachbetrachtung.

„Türkisch Gold” ist ab sofort als mobile Produktion für alle Schulen in der Region buchbar: Monika Reichle, 0241/4746117, E-Mail: greta@grenzlandtheater.de .
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