Keine Schikane: Anwohnerschutzkonzept am Tivoli beschlossen

Von: Werner Breuer
Letzte Aktualisierung:
tivolischutz_bu
Die neue Tivoli-Arena wächst immer weiter in die Soers, wie unsere Aufnahme vom Lousberg zeigt. Wenn die Alemannia künftig im neuen Stadion spielt, ändert sich für die Anwohner rundum einiges. Foto: Harald Krömer

Aachen. Zugeparkte Einfahrten, lautstarke Debatten über die Schiedsrichterleistung, Müll in den Vorgärten - das alles soll den Anwohnern der Soers mit Beginn der neuen Saison erspart bleiben. Noch leidet die Nachbarschaft mächtig unter den Begleiterscheinungen der Alemannia-Heimspiele.

Fußballfans verstopfen bei der Parkplatzsuche die kleinen Straßen in den Wohngebieten rund um den Tivoli, der Lärmpegel steigt erheblich und anschließend bleibt eine Menge Dreck auch auf den Privatgrundstücken übrig.

Mit dem von der Verwaltung ersonnenen und vom Verkehrsausschuss am Donnerstagabend mehrheitlich abgesegneten „Anwohnerschutzkonzept” solle der Anhang der Kicker künftig ausgesperrt werden.

Aufklappbare Schilder und in der Fahrbahn montierte Pfosten verwehren dann die Zufahrt zu den Straßen Am Tivoli, Am Weberhof, Soerser Tal, Soerser Au, Am Wolf, Lotharstraße, Normannenstraße und Eginhardstraße. Dichtgemacht werden auch Emmastraße, Karolingerstraße und Alkuinstraße, nicht mit unbemannten Pollern, sondern mit von Ordnungskräften besetzten Schleusen.

Dass die Kontrolleure nur Anwohner und deren Fahrzeuge passieren lassen sollen, stößt nicht überall auf Gegenliebe. Planungsdezernentin Gisela Nacken kennt die Argumente der Gegner, die etwa auf die dann von der Familienfeier ausgesperrte Tante verweisen. Sie betont allerdings, dass die Verwaltung die Anwohner „nicht schikanieren” wolle, sondern ihre Anliegen aufgreife. Vor allem das Soerser Forum habe um Hilfe gerufen.

Und so werden die Zufahrtskontrollen eben „restriktiv” gehandhabt, wie Wolfgang Sanders, der Abteilungsleiter Straßenverkehr und Sondernutzungen beim städtischen Fachbereich Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen, erklärt. Durchgelassen werden nur Personen, die in den gesperrten Straßen amtlich gemeldet sind und dies mit Personalausweis oder Meldebescheinigung belegen können, sowie Fahrzeuge, die dort zugelassen sind und die entsprechende Adresse in ihren Papieren vermerkt haben.

Besucher der Anlieger bleiben hingegen während der Sperrzeiten - sie beginnen drei Stunden vor dem Anpfiff und enden 15 Minuten nach dem Anpfiff - außen vor. Ausnahmen soll es nur in „begründeten Einzelfällen” geben. Sanders denkt da etwa an Pflegedienste oder Ähnliches, „denen legen wir sicher keine Steine in den Weg”.

Beigeordnete Nacken sagt aber ganz klar: „Was nicht mehr geht, ist die Vereinbarung mit Onkel Otto.” Damit gemeint ist die offenbar von einigen Tivoli-Anrainern praktizierte Variante, das eigene Auto rechtzeitig von der Einfahrt auf die Straße zu rangieren und den somit frei gewordenen Platz vor dem Garagentor Freunden und Verwandten für den Tivoli-Besuch zu überlassen.

Mit der Lösung würde den Anwohnern ein „außergewöhnlicher Schutz” geboten, meint Wolfgang Sanders, „den haben wir sonst nirgendwo in der Stadt”. Deshalb wäre für ihn auch die Ausgabe von Gästekarten für Tivoli-Anwohner-Besucher nicht zu rechtfertigen: „Dann hätten wir auch noch spezielle Reservierungen”.

Das Ganze sei zudem mit einem „immensen bürokratischen Aufwand” verbunden, warnt Gisela Nacken. Sie verweist zudem darauf, dass sich für Bekannte und Verwandte der Tivoli-Nachbarn gar nicht so viel ändern würde: „Früher kamen sie nicht rein, weil alles zugeparkt war. Bald kommen sie nicht mehr rein, weil es die Sperren gibt.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert