Aachen - Kein Plan B: Alternativen zur Campusbahn müssen entwickelt werden

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Kein Plan B: Alternativen zur Campusbahn müssen entwickelt werden

Von: Achim Kaiser
Letzte Aktualisierung:

Aachen. „Das tut schon weh“, sagt Hans Joachim Sistenich, Geschäftsführer des Aachener Verkehrsverbundes (AVV) am Tag nach dem Nein zur Campusbahn. „Wir hätten erzählen können, was wir wollen, es wäre den Bach runter gegangen. Dieses Gefühl hatte ich schon in den letzten zwei Wochen“, gesteht Sistenich.

Doch wie geht es nun weiter? „Wir müssen jetzt die Köpfe zusammenstecken und uns Gedanken machen, wie das künftige Bussystem aussehen und die E-Mobilität für Aachen platziert werden könnte“, erklärt der AVV-Chef.

Das sei „ein riesiges Thema“, allerdings würden nun nach der Ablehnung des Schienenprojekts und dem damit verbundenem „Verzicht“ auf Fördergelder von Bund und Land rund 100 Millionen Euro fehlen. Dieses Problem sieht auch Aseag-Vorstand Michael Carmincke. „Es wird jetzt keine vergleichbare Lösung geben, und die Finanzierung wird schwerer.“

Auf keinen Fall werde es einen Schnellschuss geben, sagen Sistenich und Carmincke. „In den letzten fünf Jahren haben wir 17 Varianten durchgenudelt, und die beste ist die Campusbahn gewesen“, ist der AVV-Geschäftsführer noch tief getroffen.

Bei der Aufgabenstellung gehe es nun darum, das Kapazitätsproblem des Aachener ÖPNV zu lösen, neue Buswege und neue Technologien, also Batterie- und Oberleitungsvarianten, zu prüfen.

Stufenplan

Laut Sistenich würden die Überlegungen wohl in einen Stufenplan münden. Zunächst müsse aber das Hochschulgebiet bustechnisch erschlossen werden. Hier könnte sich Carmincke elektrifizierte Strecken vorstellen, denn „Innovation“ sollte mit Blick auf den Campus Melaten nicht zu kurz kommen. „Wir werden auch auf den Hauptachsen nachsteuern und über größere Busse nachdenken“, sagt Kollege Sistenich.

Dabei hat Aseag-Vorstand Carmincke 21 Meter lange Fahrzeuge im Visier – allerdings dieselbetrieben. „Wir haben noch keinen Plan B in der Tasche“, betont Carmincke: „Wir lösen jetzt ein Problem und stoßen dann auf das nächste. Mit der Stadtbahn hätten wir die Summe der Probleme gelöst.“ Er hält eine Mischung aus allen Busvarianten samt Trassen in Mittellagen und herkömmlicher Straßennutzung derzeit für denkbar. „Ein Busbahnsystem sehe ich aber nicht“, stellt der Aseag-Chef klar. Gerne sähe er es, wenn die Stadt die Fertigstellung des „Busnetzgutachtens 2015+“ in Auftrag geben würde.

Ähnlich wie Oberbürgermeister Marcel Philipp gehen auch Sistenich und Carmincke davon aus, dass bis 2018/19 ein „Systemwechsel“ vollzogen sein muss. Denn die Busse, so Sistenich, „die jetzt unterwegs sind, haben keine Zukunft“. Außerdem sei die Stadt, was die Stickstoffbelastung betrifft, „bis jetzt mit einem blauen Auge davon gekommen“. Allerdings sei jetzt der Druck der EU-Kommission auch auf Aachen gestiegen. Wie die schadstoffarme ÖPNV-Alternative nun im Detail aussehen könnte, mochte Sistenich nicht prognostizieren.

„Wir werden ein Jahr brauchen, um seriöse Alternativen präsentieren zu können“, prophezeit Carmincke. 2014 sei aber die Kommunalwahl, und so hofft der Aseag-Vorstand, dass das Thema nicht politisch instrumentalisiert wird, sondern „eine sachliche Diskussion geführt wird“.

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