Kein Geld mehr: Kinder-Kostümfest vor dem Aus

Von: Nina Krüsmann
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Schöne Darbietungen gab es auch diesmal beim Kinder-Kostümfest des Verbands Frau und Kultur. Mangels Sponsoren steht die traditionsreiche Wohltätigkeitsveranstaltung nun aber vor dem Aus. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Mit dem „großen Finale“ für das Wohltätigkeits-Kinder-Kostümfest der Aachener Gruppe vom Deutschen Verband Frau und Kultur bricht in Aachen eine liebgewonnene Tradition weg. Die 85. Auflage, die am Dienstag im Eurogress stattfand, war wohl die letzte.

Das Programm bot noch einmal alles auf, was im Kengerfastelovend Rang und Namen hat: Die KG Bröselspetze aus Verlautenheide brachten ihren ganzen Stolz, Kinderprinzessin Alica I., mit.

Der 62. Märchenprinz Paul II. hatte sein Gefolge im Schlepptau, und auch Prinz Bernd I., selbst Vater zweier kleiner Söhne, fühlte sich sichtlich wohl inmitten der Kinderschar, die auf der Bühne tanzte.

Dennoch: Es mangelt den ausrichtenden Damen, die viel Herzblut in das Fest stecken, schlichtweg an Geld. „Die Miete wird immer teurer, die Kinder haben nachmittags länger Unterricht. Das alles ist nicht mehr zu stemmen“, beklagt die Vorsitzende Hildegard Bechholds.

Das Fest, das von Dirk Trampen, dem Kommandanten der Prinzengarde, moderiert wurde, ist eine echte Institution. Jeder, der in Aachen mal Kind war, ist dort gewesen und geht heute mit den eigenen Kindern oder gar Enkeln hin. Mit der beliebten Rutsche als Mittelpunkt der Spielstationen im Foyer hatte alles einmal angefangen. Sie gehört eigentlich ins Museum, schmunzeln die Damen.

Die Stimmung haben sie sich nicht vermiesen lassen. Traurig waren sie aber trotzdem. Und so wird das Fest – obwohl es für Kinder und für einen guten Zweck ist – mangels Sponsoren wohl sterben. Und damit auch die hölzerne Rutsche, die Generationen von Kindern im Foyer begeisterte.

Akrobatische Tänze

Auch am Mittwoch war das Euro­gress beim Kinderfest des Arbeitsausschusses Aachener Kinderkarneval (Akika) fest in der Hand der jüngsten Öcher Jecken.

Traditionsgemäß erlebten die Mädchen und Jungen eine Wiederholung des umjubelten Prinzenspiels zur Proklamation des Märchenprinzen im Januar. So hatten viele Kinder die Gelegenheit, die akrobatischen Meisterleistungen der Kinderabteilungen der Aachener Karnevalsvereine selbst mitzuerleben.

Im Karlsjahr hatte sich der närrische Nachwuchs natürlich auch ein passendes Prinzenspiel ausgedacht: Nach einer Idee von Ulrike Dötsch führten die Kinder der Schule Passstraße unter der Leitung von Maria Keller und die Kindershowtanzgruppen vieler Aachener Karnevalsvereine das Stück „Der kranke Karl“ auf.

Es geht um Kaiser Karl (gespielt von Rodin Aksakal), der depressiv auf seinem Thron sitzt und zu nichts mehr Lust hat. Keiner vermag ihm zu helfen. Auch Miez und Anton (Willa Möhlendick und Jannis Keller) nicht, die seit 60 Jahren die Symbolfiguren des Aachener Kinderkarnevals sind. Selbst die Kräuter aus Karls Garten helfen nicht.

Feiern mit Miez und Anton

So ermunterten Miez und Anton ihn zu einem Stadtbummel durch Aachen. Als Karl die Schönheit der Stadt sah, war er begeistert. Die vielen Kinder in einem Karnevalsumzug zauberten ihm ein Lächeln auf das Gesicht – der Kaiser war geheilt. Das alles ist mit akrobatischem Tanz und einem Feuerwerk aus Licht, Ton und fantasievollen Kostümen gespickt.

Und so ist der Nachmittag für alle etwas Besonderes: Nicht nur für Paul II. ist „sein“ Kinderfest neben der Proklamation und dem Kinderzug am Tulpensonntag der Höhepunkt der Session. Auch seine vielen jungen Gäste bereiten sich aufgeregt auf diesen Nachmittag vor.

Ist die Schule aus, verkleiden sie sich mit Hilfe von Mama oder Großmutter in kleine Prinzessinnen, Cowboys oder Clowns. Und freuen sich über Pauls Auftritt unter dem Motto „Vür Kenger fiere jeck än bonk met Karl öm singe Eäze­komp“.

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