Aachen - Kein Beifall für Philipps Preuswald-Pläne

Kein Beifall für Philipps Preuswald-Pläne

Von: Gerald Eimer
Letzte Aktualisierung:
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Vermeintliche Idylle im Grünen: Die Siedlung Preuswald, errichtet in den 70er Jahren, macht Planungs- und Sozialpolitikern gleichermaßen Sorgen. Marcel Philipp, OB-Kandidat der CDU, hat einen Lösungsvorschlag gemacht, für den er bisher kaum Beifall findet. Foto: Manfred Kistermann

Aachen. Auf größere Zustimmung für seine Ideen im Preuswald wartet Marcel Philipp, Oberbürgermeister-Kandidat der CDU, noch vergeblich. Bei der politischen Konkurrenz reichen die Reaktionen von Erstaunen über Spott bis Ablehnung. Auch die Anwohner äußern sich bislang eher kritisch.

Wie berichtet, hatte Philipp zunächst auf dem CDU-Parteitag und später in den „Nachrichten” erste Überlegungen zu einer möglichen Erweiterung der Siedlung im Stadtwald sowie über eine neue verkehrliche Anbindung des Preuswalds an den Dreiländerpunkt skizziert. „Es gibt Handlungsbedarf”, hatte Philipp mit Hinweis auf die soziale Entwicklung der Siedlung in den letzten Jahren erklärt.

Ein Problem ist die Nahversorgung der abgelegenen Waldsiedlung. Wegen der zu geringen Nachfrage hätten Geschäfte keine Überlebenschance, zugleich aber mache dies das dortige Wohnungsangebot unattraktiv. Einen Entwicklungsschub verspricht sich Philipp von neuen Wohnungen links und rechts der Lütticher Straße. Zugleich hält er eine neue Straße für denkbar, über die die Aachener künftig den Dreiländerpunkt ansteuern könnten. Auf diese Weise könnte mehr Leben in die Siedlung gebracht werden - mit positiven Auswirkungen auf Handel und Freizeitangebote.

Zukunftswerkstatt

Nicht nur dieser Gedanke stößt zumindest bei Rot-Grün auf strikte Ablehnung. „Völlig abwegig” findet Karl Schultheis, OB-Kandidat der SPD, die Idee. „Völlig krass” nennt Björn Jansen, verkehrspolitischer Sprecher der SPD, die Idee, „eine neue Achse durchs Grün zu schlagen”. Er sei froh, wenn der Wahlkampf vorbei ist, damit „keiner mehr auf die Idee kommt, so etwas zu fordern”. Für die Grünen sagt Michael Rau: „Das ist so absurd, das kann ich nicht mal kommentieren.”

Die soziale Problematik im Preuswald sei allgemein bekannt, betonen alle Fraktionen. Nicht nur deswegen gibt es das gemeinsame Bestreben, dort eine Zukunftswerkstatt einzurichten und mit den Bürgern Lösungen zu erarbeiten. „Wir brauchen ein Stadtteilerneuerungsprogramm”, sagt Rau. Das heiße aber nicht, dass man „auch nur eine Sekunde über eine Erweiterung der Siedlung nachdenken” müsse.

Schultheis und sein Fraktionskollege Norbert Plum sind der Ansicht, dass es besser sei, „sich auf die aktuelle Situation zu konzentrieren”, bevor „völlig unpraktikable” Zukunftspläne geschmiedet werden. Ihr oberstes Ziel: Den Zustand der Wohnungen und die Infrastruktur verbessern. „Daran arbeiten wir.”

Von „strukturellen Problemen” im Viertel spricht auch Petra Müller, planungspolitische Sprecherin der FDP. Sehr diplomatisch nennt sie Philipps Ideen zwar „interessant”, der Lösungsansatz würde sich ihr aber nicht recht erschließen. Für die Linke erklärt Andreas Müller: „Eine Erweiterung war bisher bei uns kein Thema und wird wohl auch keins werden.”

Auch Preuswald-Bewohner haben sich bereits verärgert über die ins Spiel gebracht Trasse zum Dreiländerpunkt geäußert. Ansonsten hoffen sie weiterhin auf Rat und Hilfe aus Reihen der Politik. Die Entwicklung im Preuswald sei zu wichtig, um sie im Wahlkampf auszuschlachten, sagt die Vertreterin einer Anwohner-Initiative, die sich in der kommenden Woche offiziell äußern will.
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