Aachen - „Kawo 3“ wird eine winkelige Angelegenheit

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„Kawo 3“ wird eine winkelige Angelegenheit

Von: Wolfgang Schumacher
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Sieger-Architekt Marius Puppendahl (links) erklärte in der Fachhochschule Aachen im Beisein von Jurorin Prof. Eva-Maria Pape seinen Entwurf des „Kawo 3“. Sieben Entwürfe wurden ausgezeichnet. Foto: Harald Krömer

Aachen. Laudatorin Prof. Eva-Maria Pape war sichtlich angetan von der Gesamtqualität des Architekturwettbewerbs für das „Kawo 3“. Kawo steht für Wohnheim am Kastanienweg, und es soll das dritte und letzte werden, das vom Aachener Studentenwerk dort auf der Hörn gebaut wird, erklärte Geschäftsführer Dirk Reitz am Dienstag vor der Verkündung der drei Siegerentwürfe.

Insgesamt wurden von den rund 30 eingereichten Vorschlägen sieben ausgezeichnet. Jurorin Pape, die als Mitglied des Preisgerichts und zugleich als Vertreterin des Aachener Architektenbeirats auftrat, erläuterte zunächst den mit 15.000 Euro dotierten Siegerentwurf des aus dem Münsterland (Olfen, Kreis Coesfeld) stammenden Architekten Marius Puppendahl.

Puppendahl habe es, so Pape, mit den für die Unterbringung von rund 330 Studierenden geplanten vier Bauwerken in Winkelform geschafft, die rückwärtige Abschottung der Wohneinheiten zum viel befahrenen Pariser Ring gut zu lösen.

Die neue Anlage soll im hinteren Bereich des Kastanienwegs parallel zum Straßenverlauf des Pariser Rings entstehen. Auf der anderen Seite sollten die Entwürfe gleichermaßen eine „eine belebte und attraktive Quartiersmitte für das Studentendorf“, wie es in der Pressemitteilung heißt, zu schaffen. Auch das sei dem Architekt, nahm Prof. Pape den Faden auf, mit seinem Entwurf gelungen. Puppendahl selbst bedankte sich für die Auszeichnung. „Ich bin überrascht“, meinte er mit Blick auf die zahlenmäßig große und qualitativ hochwertige Konkurrenz.

Den zweiten Preis dotiert mit 12.000 Euro errang das Büro „pbs architekten Gerlach Krings Böhning Planungsgesellschaft mbH Aachen“. Architekt Reinhard Gerlach begründete, warum diese Plangemeinschaft einen völlig anderen Ansatz wählte. Hier im zweiten Preis soll ein rundum geschlossenes Bauwerk mit einem Innenhof entstehen. Gerlach erklärte, man habe aus Kostenaspekten auf eine fabrikmäßig herzustellende Fassade gesetzt und den Wohnblock optisch als Entree zum neuen Campus begriffen. Pape lobte, dass der Bau sehr gut den Eindruck einer rein zweckgerichteten Wohnmaschine vermeide und eine eigenständige „städtebauliche Figur“ ausbilde.

Der dritte Preis (10.000 Euro) habe durch „die in sich verschobenen Riegel“, erklärte Jurorin Pape den Entwurf, einen gute Gestaltung des inneren Quartiers geschaffen. Alleine die geplante Parkpalette im Untergeschoss habe die Sache als weniger aussichtsreich erscheinen lassen. Mit sogenannten Anerkennungen auf Rang vier bis sieben wurden die Arbeiten von Bohn-Architekten, München, Spreen-Architekten, gleichfalls München, Architectual Office Marlies Rohmer, Amsterdam und Schaudt Architekten BDA, Konstanz, bedacht.

Schritt in richtige Richtung

Rückblickend lobte Prof. Eva-Maria Pape die Entscheidung des Studentenwerks, nach einiger Kritik an den damals dem Architektenbeirat vorgelegten eigenen Bauplänen einen umfassenden Wettbewerb auszuschreiben. „Wie man hier sieht, hat sich das sicherlich gelohnt“, freute sich die Architektin des bekannten Super C am Templergraben. Der Wettbewerb zählte 179 Bewerbungen, 30 davon wurden letztlich durch die Jury zur Teilnahme aufgefordert.

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