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Kaum Chancen für die Internationale Gartenbauausstellung?

Von: Gerald Eimer
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Gut zweieinhalb Wochen bleiben den örtlichen Politikern, um das Für und Wider einer Internationalen Gartenbauausstellung (IGA) im Jahr 2017 abzuwägen.

Wenig Zeit für eine gewichtige Entscheidung, denn das Mega-Projekt birgt erhebliche finanzielle Risiken, bietet möglicherweise aber auch große Chancen für die weitere Entwicklung von Stadt und Region.

Die Politiker müssen in der Ratssitzung am 18. Februar Farbe bekennen. Ähnlich unter Druck stehen die Kollegen im Kreis, denn Antragsteller und möglicher Träger des Vorhabens soll die Städteregion sein.

Sollten sie für eine Bewerbung stimmen, müssen die Unterlagen bis zum 13. März bei der Deutschen Gartenbaugesellschaft eingereicht werden.

Unnötige Geldausgabe?

Die Städteregion würde dann mit Berlin konkurrieren, die mit Hilfe der Gartenbaugesellschaft das Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof entwickeln will. Die Chancen, in diesem Zweikampf zu bestehen, schätzen nicht wenige Politiker hinter vorgehaltener Hand als minimal ein. Deswegen gibt es bei einigen auch Bedenken, überhaupt in den Wettbewerb zu gehen, weil schon dafür gut 100000 Euro ausgegeben werden müssen. Dies aber würde aus Euregionale-Mitteln finanziert, den städtischen Haushalt somit nicht belasten.

Nach dem Motto „Wer nicht wagt, kann nicht gewinnen”, geben sich die Befürworter vorerst optimistisch. Wer die Region voranbringen will, müsse etwas riskieren, heißt es vor allem in Reihen von CDU, SPD und Grünen. Skeptisch bis ablehnend geben sich bislang FDP und Linke.

Wer die Hand für das Projekt hebt, ist sich im Klaren darüber, erhebliche Mengen Geld zu bewegen - und den städtischen Haushalt zu belasten. Der Eigenbeitrag der Städteregion soll nach ersten Schätzungen bei 50 bis 60 Millionen Euro liegen, die Hälfte der Summe müsste die Stadt aufbringen. Insgesamt sind Kosten von mehr als 200 Millionen Euro über einen Zeitraum von 2010 bis 2018 veranschlagt.

Einen Garantieschein für eine entsprechende Gegenleistung erhält niemand. Die Region hofft jedoch auf Impulse für eine nachhaltige Strukturentwicklung, für den Arbeitsmarkt, den Tourismus und nicht zuletzt für das regionale Marketing.

2,6 Millionen Besucher hat die Hansestadt Rostock zuletzt auf der IGA 2003 innerhalb von knapp 180 Veranstaltungstagen gezählt. 1,8 bis 2,5 Millionen sollten es in Aachen sein, abhängig sei dies jedoch vom Programm, vom Marketing und vom Wetter, erklärt Landschaftsarchitekt Ernst Herbstreit, der im Auftrag der Euregionale-Gesellschaft ein erstes Konzept erarbeitet hat.

Zu den uneingeschränkten Befürwortern der Bewerbung für die IGA 2017 gehört bislang vor allem Oberbürgermeister Jürgen Linden. Die Politik, erstmals Anfang der Woche ausführlich über das Vorhaben informiert, tut sich bislang noch deutlich schwerer mit einer klaren Positionierung - derweil ist den meisten Bürgern noch gar nicht klar, welches Projekt hier gestemmt werden soll.
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