Kaum Angst vor Googles tiefen Blicken

Von: Martina Rippholz
Letzte Aktualisierung:
street_bu
Fotos wurden schon gemacht, ein Termin für die Veröffentlichung steht noch nicht: Ein Kamera-Wagen von Google fährt im Oktober 2008 über den Adalbertsteinweg. Foto: Harald Krömer

Aachen. Gibt man Aachen bei Google Maps ein und will dann von der Karte auf die Street-View-Ansicht wechseln, versucht man dies vergebens. Noch. Denn Aachen gehört nicht zu Deutschlands 20 größten Städten und damit nicht zu denjenigen, die laut aktueller Ankündigung des Internet-Giganten Google noch in diesem Jahr für Street View freigeschaltet werden sollen.

Der umstrittene Dienst, bei dem sämtliche Straßenzüge einer Stadt mit Gebäuden, Autos und Personen dreidimensional ins Netz gestellt werden sollen, wird es in naher Zukunft etwa für Berlin, Köln, Frankfurt am Main, Dresden und München geben.

Auch wenn Aachen dann noch nicht dabei sein sollte - die Aufnahmen der Öcher Straßen und Häuser gibt es schon. Bereits 2008 waren die Google-Autos mit den Kameras auf dem Dach in der Region unterwegs. Aller Skepsis zum Trotz fotografierten sie alles ab. Das durften sie auch. Denn Google verstieß damit nicht gegen deutsches Datenschutzrecht. Juristisch nichts zu machen, hieß es damals aus dem Rat der Stadt Aachen.

Sammelliste für Widersprüche

Was die Kommunalpolitiker jedoch beschlossen, war eine Sammelliste für Widersprüche gegen Google Street View. Das heißt, dass alle Aachener, die ihr Haus, ihr Autokennzeichen oder ihre Person nicht im Internet wiederfinden wollen, widersprechen können. Und zwar über einen einheitlichen Vordruck, den die Stadt Aachen auf ihrer Internetseite, im Rathaus und in den Bezirksverwaltungsstellen zur Verfügung stellt und den sie dann zusammen mit den anderen gesammelten Widersprüchen direkt an Google weiterleitet.

Bisher scheint die Angst vor dem Allesseher und Datenriesen Google sich aber noch in Grenzen zu halten. Eine auffällig große Anzahl an Anfragen für ein Widerspruchs-Formular gibt es bis dato jedenfalls nicht. „Wieviele Leute aber online das Formular ausfüllen, wissen wir auch gar nicht”, sagte gestern Sprecherin Rita Klösges. „Wir leiten das einfach unregistriert an Google weiter.”

Vielleicht ist das die Ruhe vor dem Sturm. Schließlich ist noch gar nicht bekannt, wann Aachen bei Street View auftauchen soll. Auf städtischer Seite bleibt man derweil gelassen. In der Verwaltung sei etwa die Veröffentlichung von städtischen Gebäuden noch gar nicht thematisiert worden, sagt Klösges. Und OB Marcel Philipp habe vor seinem Urlaub erklärt, dass er gegen 3D-Aufnahmen von öffentlichen Gebäuden im Internet nichts einzuwenden hätte. „Herr Philipp ist der Meinung, dass das für Bürger sogar hilfreich sein könnte, um sich besser zurecht zu finden”, so Klösges.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert