Aachen - Katrin Hissel will mehr Touristen nach Aachen locken

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Katrin Hissel will mehr Touristen nach Aachen locken

Von: Gerald Eimer
Letzte Aktualisierung:
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Schon als Auszubildende war Katrin Hissel beim „aachen tourist service“ tätig. Nun wird sie Geschäftsführerin. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Eingewöhnungszeit muss man ihr nicht mehr geben. Wenn Katrin Hissel (39) im April ihren neuen Posten als Geschäftsführerin des „aachen tourist service“ (ats) antritt, kriegen es die Beschäftigten mit einer alten Bekannten zu tun.

Seit knapp 19 Jahren ist sie bereits für Aachens zentralen touristischen Vermarkter tätig, bei dem sie einst ihre Ausbildung begonnen hat und den sie nun mit neuen Ideen in die Zukunft führen soll.

Aufgaben gibt es reichlich, wie sie im Gespräch mit den „Nachrichten“ erläutert. Zum Jahresbeginn habe man all die Projekte aufgelistet, die in diesem Jahr angepackt werden müssten. Am Ende ist man auf 40 Vorhaben gekommen – einigermaßen anspruchsvoll für das 22-köpfige ats-Team.

Über allem steht die Kernaufgabe: Mehr Touristen nach Aachen holen. „Wir wollen neue Reiseanlässe schaffen“, sagt Katrin Hissel und erklärt durchaus überraschend auch die Hochschulen und das Thema Wissenschaftsstadt zu touristischen Highlights: Ihr Traum ist ein Technikmuseum. „Ein Haus wie das Continium hätte ich lieber in Aachen als in Kerkrade“, blickt sie ein wenig neidisch auf die niederländische Nachbarstadt mit seinem hoch­attraktiven Mitmachmuseum. Auch für Aachen sei dies eine schöne Vision, findet sie.

Als touristisches Ziel sei Aachen natürlich nicht schlecht aufgestellt, „aber man muss es weiter ausbauen“. Der Dom allein sei jedenfalls nicht genug, um Besucher dazu zu bewegen, mehrere Nächte in der Stadt zu verbringen. Gut immerhin, dass es auch das Stadtmuseum „Centre Charlemagne“ als zusätzliche Anlaufstelle gibt. Und doch reißen die Nachfragen offenbar nicht ab, was es denn sonst noch so an lohnenswerten Besichtigungszielen gibt.

Bis ein Technikmuseum eines Tages vielleicht die Lücke füllt, schweben Katrin Hissel Zwischenlösungen vor. Im Jahr 2020 etwa feiert die RWTH ihr 150-jähriges Jubiläum. Eine gute Gelegenheit, daraus auch touristisch Kapital zu schlagen. So spekuliert sie auf Tage der offenen Tür in den Instituten, Campus-Führungen, Besichtigungen oder auch „Innovationen made in Aachen“, die sich vermarkten lassen. Probefahrten in autonom fahrenden Elektrobussen wären ein schönes Event.

Das Karlsjahr mit mehr als eine Million Übernachtungen liege schon drei Jahre zurück, sagt sie. Höchste Zeit also, potenziellen Gästen etwas Neues zu bieten und deren Neugierde zu wecken.

Als große Herausforderung sieht sie jedoch auch die Digitalisierung, die mehr sei als nur eine neue Homepage. Man müsse dem Wettbewerb im Internet standhalten. In den Suchmaschinen google & Co will der ats möglichst prominent an vorderster Stelle auftauchen und den Nutzern dann aber auch den vollen Service bieten. Zimmerbuchungen sollen künftig mit einem Rundumprogramm verknüpft werden.

Von der Stadtführung bis zum Veranstaltungsort können dann sämtliche touristische Dienstleistungen online in den ats-Warenkorb gelegt und durchgebucht werden. Auch ein saisonal wechselndes Angebot schwebt Katrin Hissel und ihrem Team in engen Absprachen mit den Gastronomen, den Hoteliers und auch dem Einzelhandel vor.

Abgesandte dieser Branchen sowie aus Politik und Verwaltung sind natürlich auch im ats-Aufsichtsrat vertreten, der Hissel zu Monatsbeginn an die Spitze des Tourismus-Vereins berufen hat und der damit wieder für mehr Kontinuität im ats sorgen will. Zuletzt hatte es zahlreiche Kündigungen gegeben, was immer wieder auch als Zeichen für eine schlechte Stimmung gedeutet wurde, ohne dass dies allerdings je jemand offen geäußert hatte.

Ab April wird Katrin Hissel zunächst gleichberechtigt neben Mathias Glotz die Geschäfte des Vereins führen, bevor Glotz dann Ende September seinen Posten abgeben und die Stadt nach drei Jahren voraussichtlich wieder verlassen wird. Eine neue Besetzung der Geschäftsführung mit einer Person von außen kam für den Aufsichtsrat diesmal nicht mehr in Frage. Mit der Frau aus den eigenen Reihen sieht man sich offenbar bestens aufgestellt – und dies trotz einer Teilzeittätigkeit. Hissel ist Mutter von drei Kindern und füllt aktuell eine 25-Stunden-Stelle aus, demnächst sollen es dann fünf Stunden mehr sein.

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