Aachen - Katholikenrat: „Kirche besteht auch aus Laien”

Katholikenrat: „Kirche besteht auch aus Laien”

Von: Georg Dünnwald
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Haben von Anton Meyer für die nächsten vier Jahre die Führung des Aachener Katholikenrats übernommen: Martin Hoppe (l.) und Holger Brantin. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Jetzt wird der Katholikenrat Aachen-Stadt von zwei gleichberechtigten Sprechern geführt. Nachdem der 77-jährige Anton Meyer nach 36-jährigen Engagement sein Amt niederlegte, stehen jetzt Holger Brantin (46) und Martin Hoppe (38) an der Spitze der katholischen Laienbewegung.

Der Katholikenrat hat sich vor allem eines auf seine Fahnen geschrieben: Die Einmischung ins alltägliche katholische Leben. „Wir wollen die Gemeinden vor Ort lebendig halten”, verdeutlicht Brantin, der Vorsitzender Richter der Strafvollstreckungskammer am Aachener Landgericht ist, ein Anliegen des Katholikenrats.

Brantin und Hoppe haben vor, die Strukturreformen im Bistum zu begleiten, um so auch eine Stärkung der Laien innerhalb der Kirche zu erreichen, eine Identifizierung mit der Pfarrgemeinde, „die ja auch so was wie Heimat ist”, wie Brantin es nennt. Denn: „Die Kirche besteht nicht nur aus der Amtskirche, auch die Laien setzen sich stark ein. Altenheime, Schulen und Kindertagesstätten beispielsweise belegen das.”

Dabei wissen beide Sprecher, dass die Amtskirche „ganz schön ins Schlingern geraten ist”, nicht zuletzt durch die Missbrauchs- und Misshandlungsvorwürfe. Für die Katholikenrats-Sprecher ist klar, dass sie mit der Bistumsleitung auf Augenhöhe reden werden. „Und zwar in allen Bereichen”, bekräftigt Brantin.

„Zu lange Vorwürfe unterdrückt”

„Zu lange hat die Amtskirche sich bedeckt gehalten und versucht die Vorwürfe zu unterdrücken. Deshalb begrüßen wir das offene Wort von Bischof Mussinghoff”, sagen Hoppe und Brantin. Da sei der richtige Schritt in die richtige Richtung gesetzt worden.

„So kann Vertrauen wieder aufgebaut werden. Vertrauen, das verloren gegangen ist.” Richter Brantin: „Die Kirchengerichte sollen sich da raus halten, bei Kindesmissbrauch sind die staatlichen Strafverfolgungsbehörden und die staatlichen Gerichte zuständig.”

Der Dialog mit anderen Religionen ist für Hoppe und Brantin selbstverständlich. „Integration ist wichtig, Einbahnstraßen im Gespräch mit anderen Religionen können wir uns nicht leisten”, sagt Hoppe, der Lehrer am Inda-Gymnasium ist.

Und da ist es für beide Sprecher selbstverständlich, zu Gegenmaßnahmen gegen den Nazi-Hetzmarsch, der am nächsten Samstag durch Aachen ziehen soll, aufzurufen. „Diese Typen haben in Aachen nichts verloren.” Gegen den Hetzmarsch, der sich gegen den Neubau der Yunus-Emre-Moschee an der Stolberger Straße formieren will, sollten sich alle Aachener beteiligen, fordern Brantin und Hoppe.

Als weiteren Schwerpunkt ihrer Arbeit sehen Hoppe und Brantin der Kampf gegen die wachsende Armut im Land, „vor allem die Kinderarmut”, ergänzt Brantin. „Wir wollen Jugendprojekte fördern, die die jungen Menschen in Ausbildungstellen bringen”, erklärt Hoppe, der lange Jahre im Norden Deutschlands Jugendarbeit geleistet hat. „Wir werden engagiert das soziale Aachen mitgestalten”, saget Hoppe.

Er arbeitet auch im Netzwerk Asyl mit, „die Federführung liegt da bei Andrea Genten, die jahrelang das Referat für Flüchtlingsfragen im Büro der Regionaldekane geleitet hat”. Brantin fordert: „Die Kirche muss aktiver und lebendiger werden.”

Vorstand des Katholikenrats hat viele Mitglieder

Martin Hoppe und Holger Brantin leiten nicht allein den Katholikenrat Aachen-Stadt. „Wir haben den größten Vorstand im gesamten Bistum”, ist Brantin ein bisschen stolz. Im geschäftsführenden Vorstand engagieren sich noch Rita Kattendahl-Lanser und Anita Zucketto-Debour.

Lutz Alexius, Andris Gulbins, Birgit Heisterkamp, Edgar Jordans, Bernd Kosel, Wolfgang Naber, Georg Schmetz, Dieter Spoo und Elisabeth Wilms gehören dem erweiterten Vorstand an und sind in Arbeitskreisen aktiv.

Der ehemalige Regionaldekan, Pfarrer Hans-Georg Schornstein, hat die Nachfolge von Pfarrer Herbert Kaefer als geistlicher Assistent angetreten. Gerd Mertens vom Büro der Regionaldekane führt die Geschäfte des Katholikenrats Aachen-Stadt.

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