Aachen - Kastrationspflicht für Katzen soll geprüft werden

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Kastrationspflicht für Katzen soll geprüft werden

Von: Robert Baumann
Letzte Aktualisierung:
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Da hilft auch kein Fauchen mehr: Wird der FDP-Antrag angenommen, dann wird die Kastration freilaufender Hauskatzen in Aachen künftig zur Pflicht. Foto: Imago/Imagebroker

Aachen. . Sie streunen zu hunderten durch das Stadtgebiet und vermehren sich stetig. Der zunehmenden Population wildlebender Hauskatzen, die häufig von ihren Haltern einfach ausgesetzt werden, soll jetzt Einhalt geboten werden.

Die FDP-Fraktion hat einen Ratsantrag gestellt, worin sie sich für eine Kastrationspflicht von freilaufenden Hauskatzen ausspricht.

„Der Mensch ist der Verursacher dieses Problems, vor dem wir nicht länger die Augen verschließen dürfen. Die gesundheitliche Gefährdung des Menschen und die Fürsorge für die Tiere macht ein schnelles Handeln notwendig”, sagt Frank Hansen, stellvertretender umweltpolitischer Sprecher und Tierschutzbeauftragter der Aachener FDP. Viele Katzen verhungerten, weil sie für das Leben in freier Natur nicht vorbereitet sind. Auch verunreinigen sie Spielplätze und übertragen gefährliche Krankheiten auf den Menschen, die sogar zu Schwangerschaftsabbrüchen führen könnten, argumentieren die Liberalen.

Zwei Mal im Jahr kann eine Katze jeweils bis zu sechs Junge werfen. So könnte ein einziges Katzenpaar nach zehn Jahren theoretisch 80 Millionen Nachkommen haben. Mit dem eingereichten Ratsantrag will die FDP die Pflicht zur Kastration zur Vorschrift machen und ein weiteres Wachsen der Population verhindern. Denn auch in den Tierheimen der Region wird es langsam eng. „Ohne die ehrenamtlichen Helfer von Tierschutzvereinen und der Katzenhilfe Aachen, die die Tiere auf eigene Kosten einfangen und kastrieren, wäre die Situation bereits deutlich schlechter”, sagt Hansen.

Aussetzen ist Straftat

Rund 700 Katzen sind im vergangenen Jahr von Feuerwehr, Ordnungsamt und Tierschutz gefunden worden. „Es ist ein deutlicher Anstieg von freilaufenden Hauskatzen zu beobachten. Das Aussetzen der Tiere ist eine Straftat. Viele von ihnen sind verwarlost und abgemagert”, stellt Birgit Wintersteller-Kordic, Tierschutzbeauftragte des Tierschutzvereins der Städteregion Aachen mit großer Sorge fest. Aus diesem Grund werden im Stadtgebiet täglich über 600 Katzen an Futterstellen versorgt.

In der Stadt Jülich ist die Kastrationspflicht bereits beschlossene Sache. Auch in Belgien müssen Katzen vor dem Verkauf von ihrem Züchter kastriert werden.

Die Kosten für die Kastration einer Katze oder eines Katers liegen je nach Tierarzt zwischen 60 und 90 Euro. „Viele Halter handeln oft unverantwortlich und lassen ihre Katzen aus falsch verstandener Tierliebe nicht kastrieren und weiter draußen herumlaufen”, sagt Peter Blum, umweltpolitischer Sprecher der FDP Aachen.

Wird dem Ratsantrag zugestimmt, müssen Katzenhalter in Zukunft ihre Tiere kastrieren lassen und die Kosten selbst übernehmen. Für Halter, die eine Kastration aus nachweisbaren, finanziellen Gründen nicht vollständig selbst übernehmen können, gibt es bereits jetzt Zuschüsse vom Tierschutzverein.

Der Rat entscheidet im März über den Antrag.
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