Karte gibt Übersicht über das „Ärgernis Baustellen“

Von: Heiner Hautermans
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Aachen. Kaum ein Thema hat die Gemüter der Aachener in der jüngeren Vergangenheit so gereizt wie Probleme mit Baustellen. Viel zu viele, viel zu lange, nichts koordiniert, nichts tut sich, das sind nur einige der Klagen, die in schöner Regelmäßigkeit erhoben wurden.

Das Baustellenmanagement müsse dringend verbessert werden, lautete eine der Hauptforderungen. Vor zwei Jahren, auf dem Höhepunkt der allgemeinen Aufgebrachtheit, wurde bei der Stadtverwaltung der Grundstein für ein Projekt gelegt, das jetzt vollendet wurde und am Donnerstag in Betrieb gegangen ist: Das neue Baustelleninformationssystem der Stadt wurde online geschaltet.

Unter www.aachen.de/baustellen sind jetzt alle größeren und die meisten kleineren Baustellen und Maßnahmen auf einer übersichtlichen Karte abrufbar. Bürger erhalten so schnell und umfassend Informationen darüber, wer die Maßnahme durchführt, wie lange eine Baustelle dauert, was gemacht wird und an wen man sich wenden kann. „Baustellen sind ein Ärgernis für die Menschen, die die Straßen täglich nutzen, dort wohnen oder ein Geschäft betreiben. Wir können nicht versprechen, dass es keine mehr gibt. Wir brauchen Baumaßnahmen zur Verbesserung und Erneuerung unserer Infrastruktur. Keine Baustelle zu haben wäre ein schlechtes Zeichen für Aachen“, erläuterte Planungs- und Umweltdezernentin Gisela Nacken am Donnerstag auf einer Pressekonferenz.

Die neue Baustelleninformation ist ein integriertes Gesamtsystem, das verschiedene Aufgaben arbeitssparend übernimmt. Denn schon beim Verfassen einer Verkehrsanordnung werden Baumaßnahmen und Sondernutzungen geografisch verortet und so aufbereitet, dass die Darstellung auf einer Karte und die Information der Bürger automatisiert ablaufen kann. Dadurch ist die Zahl der abgebildeten Baumaßnahmen auf www.aachen.de/baustellen hoch und sehr aktuell, aber nur ein Teil der Maßnahmen führt auch zu größeren Beeinträchtigungen des Verkehrs. „Der Servicegedanken stand im Vordergrund“, so Gisela Nacken, die Bürger sollen erfahren, mit welchen Beeinträchtigungen sie rechnen müssen und wo sie Ansprechpartner finden.

„Schon bei der Eingabe von Maßnahmen erkennen wir, ob es Probleme mit anderen Baustellen gibt“, erklärte Wolfgang Sanders, Leiter der Abteilung Straßenverkehr und Sondernutzungen der Stadt Aachen. „Jetzt können wir auch auf Anfragen von Bürgern reagieren.“ Seit September ist das neue System, über das sich datenbankgesteuert die Maßnahmen der verschiedenen Bauherren wie Stawag, Stadt Aachen, Aachener Stadtbetrieb, NetAachen, Deutsche Telekom, UnityMedia und private Einzelmaßnahmen erfassen lassen, bereits im Echtzeitbetrieb im internen Einsatz. Auf diese Weise sollten Kinderkrankheiten bis zur Freischaltung im Netz behoben werden. 850 Baustellen sind seitdem in die Karte eingetragen worden. Beigeordnete Nacken: „Als ich die Karte das erste Mal gesehen habe, habe ich einen Schrecken bekommen. Haben wir tatsächlich so viele Baustellen?“ Das neue Angebot in Aachen sei wesentlich nutzerfreundlicher als etwa das Pendant in Köln, das nur die Baumaßnahmen auf großen Straßen anzeige. In Aachen könne jeder sich dagegen gezielt über den Bereich informieren, der ihn interessiere. Künftig sollen auch die Baustellen von Landesbetrieben dort eingetragen werden: „Es ist ein aufwendiges Verfahren, aber es bringt erhebliche Vorteile.“

Dargestellt werden Bauarbeiten aus verschiedenen Zeiträumen: Baustellen heute bis in sieben Tagen, Baustellen mit einem Zeithorizont von drei Monaten sowie bereits abgeschlossene Maßnahmen. Denn in der Praxis komme es in Einzelfällen vor, dass Baustellen durch den in der Verkehrsanordnung festgelegten Zeitraum bereits fertiggestellt sein müssten, aber dennoch weitergearbeitet wird. Sie bleiben also im System noch sieben Tage sichtbar. Durch Verwendung von Baustellenschildern wird gezeigt, wie stark der Verkehr in den betroffenen Straßen beeinträchtigt wird, wie lange etwa eine Vollsperrung dauert oder ob es sich nur um eine Teilsperrung oder Beeinträchtigung handelt. Auch Umleitungen oder die Strecke des Silvesterlaufs werden ausgewiesen.

Die Informationen werden für Bürger, die nicht über einen Internetzugang verfügen, auch an Call Aachen übermittelt. Diese neue Baustellen-Hotline hat die Rufnummer 0241-432700.

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