Aachen - Karnevalsverein droht nach Strip der Ausschluss

Karnevalsverein droht nach Strip der Ausschluss

Von: Heiner Hautermans
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Aachen. Roswitha Bütgens liegt seit Wochen mit Lungenentzündung im Bett und ist fertig mit der Welt. Die 1. Vorsitzende der KG Schwarz-Grüne Funken Aachen hat große Mühe, die Folgen einer aus dem Ruder gelaufenen Karnevalsveranstaltung am 5. Januar zu bewältigen.

Bei der „Ladys Night“ war nämlich ein Stripper aufgetreten, der nach den Worten von AAK-Präsident Wilm Lürken heftig zur Sache gegangen ist. 

Der Tänzer habe ziemlich eindeutige Gesten gemacht und mit Hilfsmitteln hantiert, so Ober-Karnevalist Lürken: „Das können wir im Karneval und bei der Pflege des Brauchtums nicht dulden.“ Der FestAusschuss Aachener Karneval (AAK) ist als Dachorganisation aller Aachener Karnevalsvereine das oberste Gremium des Aachener Karnevals und muss als Regionalverband des Bundes Deutscher Karneval (BDK) auch dafür sorgen, dass dessen Satzung eingehalten wird, die eine Schädigung des Brauchtums als Ausschlussgrund vorsieht.

Doch so weit ist es noch nicht. Vorerst hat der AAK seinem Mitgliedsverein erst einmal eine Abmahnung erteilt, ein Ausschluss sei noch nicht erfolgt. Lürken: „Ich erwarte eine schriftliche Stellungnahme zu meinem Schreiben und dass mir alles im Zusammenhang mit dieser Damensitzung berichtet wird. Danach werden wir entscheiden, was passiert.“ Und da befindet sich ein Ausschluss im Rahmen der Möglichkeiten. Auf den Fußball übertragen könnte man sagen, dass die gelbe Karte schon erteilt wurde, die rote kann noch folgen. Was die Sache nicht einfacher macht: Die Sitzung hat in der OT Kronenberg an der Händelstraße stattgefunden, angemietet von der Pfarre St. Hubertus.

Für Roswitha Bütgens („Ich bin seit meiner Kindheit Mitglied der 1951 gegründeten Funken“) handelt es sich eher um eine Verkettung unglücklicher Umstände. Der Programmpunkt mit dem Stripper sei der Gesellschaft von einer älteren Dame, die fast 30 Jahre Mitglied der Funken gewesen sei, geschenkt worden, die Art der Darbietung sei ihr nicht bekannt gewesen. „Ich wusste nur, der kommt um 22 Uhr.“ Schließlich sei der Mann ja anfangs in schwarzem Anzug und Opernmaske aufgetreten. „Da kommt ja keiner auf die Idee, dass er sich auszieht. Ich habe sicher den Fehler gemacht, dass ich ihn nicht von der Bühne runtergeholt habe. Ich kann mich nur entschuldigen.“ Es habe sich ansonsten um eine Veranstaltung mit ganz normalem Fastelovvendsprogramm gehandelt: „Wir machen seit Jahren diese Damensitzung.“ Die ältere Dame habe sicher gedacht, sie tue dem Verein etwas Gutes: „Das ist nach hinten losgegangen.“

Der Verein habe nur 13 Mitglieder, erklärt sie auf Nachfrage. Sie habe ihn mit Schulden übernommen: „Ich habe vier Jahre lang gekämpft.“ Auf dem Jahresprogramm stünden nur das Sommerfest und die Damensitzung: „Mehr machen wir sowieso nicht.“ Und jetzt würden offenbar Versuche unternommen, dem Verein massiv zu schaden, in dem beispielsweise Bilder von der Entkleidungsszene ins Internet gestellt und dem AAK übermittelt würden: „Irgendjemand will mit Gewalt, dass der Verein verschwindet.“

Ähnlicher Fall in Nörvenich

In Nörvenich hatte der dortige BDK-Regionalverband einen Karnevalsverein mit 260 Mitgliedern rausgeworfen, weil auf der Damensitzung ein Nummernboy aufgetreten war, der mit einer jungen Frau aus dem Publikum zweideutige Szenen gezeigt hatte .

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