Karnevalspreis: Keine einfache Entscheidung für die Jury

Von: Nils Heinichen
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Gute Stimmung, auch bei der zweiten Auflage: Rund 500 Gäste, darunter die ehemalige Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (oben, 4.v.l.) kamen zur Verleihung des Öcher Karnevals-Kulturpreises ins Mercure-Hotel am Europaplatz. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Bereits im vergangenen Jahr hatte sich angedeutet, dass die Idee von Harry Ebert, den Öcher Karnevals-Kulturpreis (ÖKK) einzuführen, zu einem großen Erfolg werden könnte. Nachdem im letzten Jahr rund 300 geladene Gäste zur Premiere der Veranstaltung gekommen waren, besuchten bei der zweiten Auflage rund 500 Persönlichkeiten aus Politik, Medien und Wirtschaft die Feierstunde im Mercure-Hotel am Europaplatz.

Trotz widriger Wetterverhältnisse erschienen zahlreiche Karnevalsvereine aus der Region mit ihren Tollitäten und Funktionären, um bei der Bekanntgabe der fünf Preisträger dabei sein zu können. Lediglich einige Vereine aus dem benachbarten Belgien konnten wegen des massiven Schneefalls nicht zu der Veranstaltung nach Aachen kommen. „Die Kinder sind das Herzblut des Karnevals. Deswegen steht der ÖKK für die Kinder und Jugendarbeit in den Karnevalsvereinen“, erklärte der Initiator des Preises, Harry Ebert die Beweggründe für den neuen Preis. Alle Gelder, die an die ausgezeichneten Vereine gehen, werden zu 100 Prozent in die Jugendförderung im Karneval gesteckt.

Rund 16 000 Euro konnten durch zahlreiche Sponsoren gesammelt werden, die an fünf ausgewählte Vereine ausgeschüttet wurden. Im Vorfeld wurden Co-Sponsoren gesucht, die sich ab einer Summe von 111 Euro am Preis beteiligen. Am Ende waren es 93 Co-Sponsoren, die den ÖKK unterstützten. „Diese Veranstaltung ist der beste Beweis dafür, dass Karneval ein Kulturgut ist, das nicht nur aus Party besteht, sondern Integration, Migration und Soziales vermittelt. Wer das hier sehen möchte, soll nächstes Jahr vorbeikommen“, war der Präsident des Festausschusses Aachener Karneval (AAK), Wilm Lürken, begeistert. Ebenfalls warb Lürken dafür, sich in Karnevalsvereinen zu engagieren.

Aus einer Liste von 32 nominierten Vereinen hatte eine 22-köpfige Jury schließlich die schwierige Aufgabe, fünf Sieger zu ermitteln, die sich das Preisgeld teilen durften. In der Jury saßen unter anderem die ehemalige Gesundheitsministerin Ulla Schmidt, der Chefredakteur der „Aachener Nachrichten“, Bernd Mathieu, sowie der langjährige Karnevalsexperte der „Nachrichten“, Georg Dünnwald. „Dieses tolle Publikum zeigt, dass es richtig war, den ÖKK zu installieren. Es war wirklich schwierig, fünf Gewinner herauszuheben. Das Ergebnis war sehr eng“, kommentierte Ulla Schmidt. Auch Bernd Mathieu betonte die schwierige Aufgabe der Jury. „Ihr macht alle eine tolle Arbeit. Vielen Dank dafür“, sagte er kurz vor der Verleihung zu den Gästen.

Zu den glücklichen Preisträgern zählen die KG Nirmer Narrenzunft, die KG Oecher Prente, die KG Tanzgruppe Friesenrath, die KG Horbacher Freunde und die KG Schwarz-Blaue Funken. „Ich bin wirklich platt. Ich freue mich tierisch über die Auszeichnung. Damit konnte man absolut nicht rechnen“, sagte die Vorsitzende der Funken, Trudi Hannappel. „Was genau mit dem Geld geschieht, wissen wir noch nicht, allerdings werden wir eine gute Verwendung für das Geld finden“, ergänzte sie.

Die Vereine, die nicht ausgezeichnet wurden, sind für den ÖKK im nächsten Jahr automatisch wieder nominiert. „Es soll jeder die Chance erhalten, mal diesen Preis zu erhalten“, versicherte Harry Ebert. Großen Dank sprach der Initiator allen Helfern für die große Unterstützung aus. Insbesondere dankte er der Großzügigkeit des Direktors des Mercure-Hotels, der den vielen Karnevalisten den großen Saal zur Verfügung stellte. „Auf so ziemlich alle Fragen, die ich stellte, hat er genickt“, schilderte Ebert.

Nach der sehr guten Resonanz soll der Öcher Karnevals-Kulturpreis auch im nächsten Jahr wieder stattfinden. Denn alle sind sich einig: Ohne finanzielle Mittel kann das Brauchtum Karneval nicht aufrechterhalten werden.

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