Kármán-Auditorium hat bald ausgedient

Von: Gerald Eimer
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Die Hörsäle werden in Kürze geschlossen: Das in die Jahre gekommene Kármán-Forum muss grundlegend saniert werden. Ersatz finden die Studenten im neuen Hörsaalzentrum C.A.R.L., das in Kürze in den Regelbetrieb geht. Foto: Harald Krömer

Aachen. Generationen von Studenten haben hier gebüffelt, doch mit Beginn des Sommersemesters gleich nach Ostern gehen in den Hörsälen des Kármán-Auditoriums die Lichter aus: Einer der zentralen Lehr- und Veranstaltungsorte der RWTH wird in wenigen Wochen in weiten Teilen geräumt und aus der Nutzung der Hochschule herausgenommen.

Betroffen ist davon der zum Templergraben gelegene Trakt, an dem der Zahn der Zeit mächtig genagt hat.

„Ohne eine umfassende Sanierung ist die weitere Nutzung nicht mehr möglich“, erklärt Bernd Klass für den landeseigenen Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB), der auch Eigentümer dieser Immobilie ist. Diskutiert wird darüber schon seit Jahren, sogar ein Abriss wurde zeitweilig erwogen. Doch davon ist längst keine Rede mehr, denn der Mitte der 1970er Jahre fertiggestellte markante Komplex aus Beton und Backstein steht heute unter Denkmalschutz.

„Wir müssen uns jetzt den Zustand genauer ansehen“, sagt Klass, der bislang weder etwas über die Sanierungskosten sagen kann, die auf den BLB zukommen werden, noch über die Folgenutzung, die in dem Bau dereinst denkbar ist. Sicher ist einstweilen nur, dass sämtliche Hörsäle mit ihrer Kapazität von insgesamt 1993 Plätzen ab 18. April nicht mehr zugänglich sein werden.

Derzeit werden dort noch Klausuren geschrieben und Prüfungen abgenommen. Mit Beginn des Sommersemesters wird dann das neue Hörsaalzentrum C.A.R.L. (für „Central Auditorium for Research and Learning“) an der Claßenstraße mehr als ausreichend Ersatz bieten. In elf Hörsälen können dort 3542 Studierende Platz finden, hinzu kommen 16 Seminarräume mit 640 Plätzen.

Wichtige Technik

Gebraucht werden im Kármán-Auditorium weiterhin die Kellerräume. Denn im Untergeschoss befindet sich nach Angaben von Klass auch die gesamte Versorgungstechnik für viele Nachbargebäude, darunter sind etwa auch das Laborgebäude, die Couven-Halle und die mathematisch-naturwissenschaftliche Fakultät 1.

Weiter in Betrieb bleibt nach Auskunft von RWTH-Sprecher Thorsten Karbach auch der zum Annuntiatenbach gelegene Trakt, in dem unter anderem die Kommunikationswissenschaftler und auch Bibliotheken untergebracht sind. Auch Cafeteria-Gänger werden sich vorerst nicht umgewöhnen müssen. Die sogenannte Forums-Cafete bleibt nach Auskunft des Studierendenwerks einstweilen geöffnet.

Man müsse nun ausloten, was mit dem baufälligen Hörsaaltrakt passieren soll, sagt Klass. Ganz einfach sind die Überlegungen nicht, da das Gebäude recht speziell auf Vorlesungen ausgelegt ist. Alle Ideen sollen eng mit der RWTH abgesprochen werden. Allzu große Eile scheint allerdings nicht zu bestehen – zumal das Kármán auch nicht die einzige Großbaustelle ist, die der BLB im RWTH-Umfeld vor der Brust hat. Davon zeugen seit langem die Gerüste am Hauptgebäude, und auch im Audimax müssen alsbald die Bauarbeiter ran.

Größere Absperrungen werde es rund ums Kármán nicht geben, sagt Karbach. So komme man auch dem Wunsch der RWTH nach, den großen Vorplatz mit dem Treppenaufgang offenzuhalten. Er soll etwa für Veranstaltungen wie Open-Air-Filmvorführungen genutzt werden.

Abschied nehmen heißt es hingegen von einer langjährigen Tradition: Der diesjährige Karlspreisträger Timothy Garton Ash wird am Vortag der Preisverleihung nicht mehr im Kármán-Auditorium mit den Studenten ins Gespräch kommen, sondern bereits im hochmodernen C.A.R.L. reden.

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