Karlsjahr: Auch die freie Kultur mischt mit

Von: Martina Feldhaus
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Aachen. Das Jahr 2014 wirft seine Schatten voraus. In fünf Monaten beginnt das Karlsjahr. Zum 1200. Todesjahr von Karl dem Großen fährt die Stadt Aachen Großes auf. Eine Ausstellung im Dreierpack in Krönungssaal, Domschatzkammer und Centre Charlemagne mit zahlreichen Exponaten aus aller Welt, multimedialen Präsentationen und neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen lässt sich die Stadt rund 3,5 Millionen Euro kosten.

Deutlich kleiner fällt da das Budget für die vielen freien Kulturträger aus, die ebenfalls aufgefordert sind, Kreatives zum Karlsjahr beizutragen.

Bisher stehen lediglich die üblichen „Kaste-Mittel“ zur Förderung der freien Szene auf der Haben-Seite. Das ist die – zuletzt als zu niedrig kritisierte – Summe von 350.000 Euro pro Jahr. Wer also ein Karl-Projekt anstoßen und gefördert werden will, muss sich für diesen Topf bewerben. 45 Anträge aus den Sparten Bildende Kunst, Darstellende Kunst, Literatur und Musik sind zum Thema Karlsjahr beim Kulturbetrieb eingegangenen, berichtet Jutta Göricke vom Fachbereich Presse und Marketing. Mehr werden es nicht, die Bewerbungsfrist ist am 1. Juli abgelaufen. Trotzdem: eine stolze Zahl.

„Deshalb beantragt der Leiter unseres Veranstaltungsmanagements, Rick Takvorian, auch zusätzliche Fördermittel beim Land.“ Die Stadt hofft, aus dem Programm Regionale Kulturpolitik weitere Gelder zu bekommen, um die Freien finanziell stärker zu unterstützen. Schließlich soll das Karlsjahr ein Leuchtturmjahr werden, mit jeder Menge Aktionen, Projekten und Veranstaltungen überall in der Stadt. Tatsächlich wird im Hintergrund schon geplant. Zum Beispiel beim Atelierhaus. Unter dem Titel „Ecce Homo“ werden zwölf europäische Künstler vielfach den öffentlichen Raum bespielen. Auch eine Aktion mit dem Karlsbrunnen am Markt soll es geben. Leitidee der Kunst soll Kaiser Karl als Kämpfer für Bildung und Wegbereiter von Europa sein. Wie aufwendig und ausgefallen das Ganze wird, hänge aber auch von Fördergeldern ab, sagt Geschäftsführerin Nadya Bascha.

Nicht für Anna Kusen, Accordate-Geschäftsführerin: „Wir planen wie immer vier Abokonzerte. Passend zum Karlsjahr wird es eine musikalische Europareise Karls des Großen geben, mit weltweit erstklassigen Musikern. Sogar unser Schirmherr GMD Kazem Abdullah wird als Solist beim Eröffnungskonzert der Spielzeit am 6. Oktober 2013 zu erleben sein. Geld haben wir bei der Stadt für diese Konzerte nicht beantragt“. Auch das Deutsch-Französische Kulturinstitut hat das nicht getan. Es setzt auf Vorträge, die einen anderen Blick wagen, etwa auf die Sprache Karls. „Auch in Frankreich wird er als große historische Figur erinnert“, erklärt Angelika Ivens.

Dick auf die Fahne geschrieben hat sich das „KuKuK“ am Grenzübergang Köpfchen das Karlsjahr. „Ein Großteil unserer Veranstaltungen wird darauf gemünzt“, erklärt Benjamin Fleig. Fürs größte Projekt, den „Checkpoint Karlie“, eine kritisch-skurrile Auseinandersetzung mit Grenze, Europa und dem Kaiser, hofft Fleig auf Fördermittel. Ebenfalls kritisch geht das Literaturbüro Euregio Maas-Rhein an Karl heran. Die Karlsschreibung, also sein verehrter Mythos, ist Inhalt eines Workshops. Der Künstlerinnenverein „Dreieck“ stellt grenzüberschreitende Kunst in der Aula Carolina aus. Und Erzählerin Regina Sommer plant neben ihrem Erzählfestival, das 2014 Königslegenden erwachen lässt, Stadtrundgänge zu Kaiser Karl.

Der Kulturausschuss wird wohl am 10. September darüber entscheiden, welche Karlsjahrprojekte gefördert werden.

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