Aachen - Karlsjahr 2014: Der Inhalt steht

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Karlsjahr 2014: Der Inhalt steht

Von: Martina Rippholz
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Aachen. Der Tod Karl des Großen am 28. Januar 814 bildet den Ausgangspunkt, dann beginnt eine umfangreiche Rückblende. Zu biografischen Stationen im Leben des karolingischen Kaisers, abgehandelt in Themenfeldern wie: der reisende König, die Hofgesellschaft, Mythos der Macht oder Kirche und Grab.

Die Struktur für die größere der beiden Ausstellungen, mit denen die Stadt Aachen im 1200. Todesjahr des mächtigsten Herrschers im europäischen Mittelalter - also 2014 - Besuchermassen locken will, steht nun.

Der Koordinator der Route Charlemagne, Dr. Thomas Müller, stellte am Dienstagabend im Betriebsauschuss Kultur das inhaltliche Konzept der umfangreichen Schau rund um Karls Pfalz vor. Im bis dahin längst eröffneten Centre Charlemagne am Katschhof sollen darüber hinaus „Karls Schätze”, also Kunstobjekte aus der Karolinger-Zeit ausgestellt werden. Beide kulturellen Großprojekte sind jetzt in detaillierter Beschreibung in einer Broschüre zu finden, vorgelegt vom Team um Dr. Müller sowie einem Kunst-Fachbeirat, angeleitet von Peter van den Brink, Chef des Suermondt-Ludwig-Museums.

Und diese Broschüre - vorerst nur ein Textentwurf - kam bei den Ausschussmitgliedern aller Fraktionen sehr gut an. Der Inhalt steht also. Diskutiert wurde am Dienstag folglich vor allem das, was noch nicht steht. Und da gibt es eine Menge. So fehlt noch ein festes Kuratorium, ein Schirmherr oder ein Titel für die Gesamtausstellung, der für ein Marketing der großen Karl-Würdigung zwingend notwendig ist. Unklar ist vor allem aber auch die Finazierung.

Noch keine Sponsoren

3,1 Millionen Euro sind allein für die Macht und Pfalz-Schau im Rathaus kalkuliert. Gerechnet wird durch Zuschüsse, Sponsorengelder und Eintrittserlöse mit Einnahmen von rund 2,6 Millionen Euro. Bleiben 500.000 Euro für die Stadt übrig. Allein: Sponsoren und Förderer sind bislang nicht ausgemacht. „Die Vorlaufzeit für so ein Vorhaben ist mittlerweile schon recht knapp”, merkte SPD-Vertreter Manfred Bausch deshalb auch an. Seine Parteigenossin Sybille Reuß kritisierte scharf, dass bislang bis auf optimistische Willensbekundungen in Sachen Finanzierung nicht viel geschehen sei: „Bei so viel Blauäugigkeit kann ich nur den Kopf schütteln.”

Oberbürgermeister Marcel Philipp warf Reuß vor, sich seit der Weichenstellung für das große Karl-Jubiläum vor rund einem Jahr zu wenig gekümmert zu haben: „Wir müssen einige finanziell potente Leute mit ins Boot holen. Das ist nur möglich, wenn jemand mit einem besonderen Amt, sich an die Spitze des Vorhabens stellt und Klinken putzt.”

Hermann-Josef Pilgram von den Grünen konterte: „Es gab nie einen Zweifel daran, dass der OB sich für das Projekt einsetzt. Nur hatten wir bisher kein Konzept. Jetzt können wir mit der Broschüre an Sponsoren herantreten.” Der Plan: Im Laufe des Sommers soll sie an Fördergeber auf Landes-, Bundes- und auch EU-Ebene versandt werden. Für Pilgram gibt es deshalb keinen Anlasse zu Pessimismus: „Wir können Karl!”.

Der Meinung war auch Ausschussvorsitzende Dr. Margrethe Schmeer. „Welche Stadt wenn nicht Aachen wird im Karlsjahr die Besucher anziehen. Das notwendige Geld wird schon aufzutreiben sein.” Doch hier liegt auch die nächste Krux. Denn es gibt noch andere Städte, die zum Karlsjahr 2014 rüsten, allen voran Paderborn und Mannheim. Und die sind ebenfalls an Exponaten rund um Kaiser Karl interessiert. „Die Konkurrenz schläft nicht. Wir dürfen das nicht verpassen”, sagte Andor Schmitz von den Schüler-Jusos. Immerhin: Eine erste Liste mit rund 50 Wunsch-Objekten gibt es für Aachen bereits. Und mit der Akquirierung soll es jetzt losgehen. Ebenso wie mit der Umwerbung von der potenziellen Sponsoren und Förderern. Kulturdezernent Wolfgang Rombey ist überzeugt, dass das erfolgreich sein wird: „Wir haben jetzt etwas in der Hand und können damit nach vorne gehen. Es muss in Aachen eine Bürgerbewegung werden.”

Am Mittwochabend hat der Stadtrat die Verwaltung mit der Realisierung des Konzepts und der Einwerbung von Geldern beauftragt. Das Karljahr 2014 kann also kommen.
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