Sporter des Jahres Freisteller Sportlerwahl Sportlergala Freisteller

Karlsfest: Fast wie Karneval

Von: Peter Langohr
Letzte Aktualisierung:
rundum-bu
Da läuft das Wasser im Munde zusammen: Eigens zum Karlsfest hatten die Mitglieder der Aachener Fleischerinnung wieder eine schmackhafte Karlswurst hergestellt. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Das Karlsfest, seit einigen Jahren mit dem mittelalterlichen Treiben auf dem Marktplatz, entwickelt sich neben den tollen Tagen immer mehr zu einem Hingucker während der kalten Jahreszeit.

In diesem Jahr spielte auch Petrus mit, und das sonnige Wetter ließ den Besucherstrom kräftig anschwellen, wenn auch warme Kleidung angesagt war.

Bereits frühmorgens ging es für die Karlsschützengilde los, die am Sonntag, in Erinnerung an den Sterbetag Karls des Großen am 28. Januar 814, ihr Patronatsfest feierte. Die Schützen versammelten sich am Elisenbrunnen und zogen von dort mit OB Jürgen Linden unter den Klängen der Musikvereinigung Roetgen zum Dom, um dort an einem Pontifikalamt teilzunehmen.

„Gelebte Geschichte”

Der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Jean-Claude Périsset, zelebrierte mit Bischof Heinrich Mussinghoff und Mitgliedern des Domkapitels. Der päpstliche Diplomat: „Die Feier des Karlsfestes ist gelebte Geschichte, die nicht an den Stadtmauern endet, sondern europäisch ausgelegt ist.” Den musikalischen Rahmen gestalteten das Sinfonieorchester Aachen und der Domchor unter der Leitung von Berthold Botzet mit der „Missa Sancti Nicolai” von Josef Haydn.

Derweil war das Rathaus bereits zur kostenlosen Besichtigung freigegeben. Neben dem Krönungssaal konnten unter anderem der Weiße Saal, der Friedenssaal, die Werkmeisterküche und das Werkmeistergericht in Augenschein genommen werden. Außer den Rethelfresken und den Nachbildungen der Reichsinsignien im Obergeschoss warteten auch das alte und das neue Ratssilber und viele andere Ausstellungsstücke darauf, von den Besuchern entdeckt zu werden. Der Sitzungssaal des Rates zeigte sich allerdings noch mit Baustellencharakter wegen der Einbeziehung des Rathauses in die „Route Charlemagne”. Werkmeisterküche und Roter Salon hingegen präsentierten sich schon in erneuerter Pracht.

Ab Mittag hatte vor dem Rathaus das bunte Treiben eines mittelalterlichen Marktes eingesetzt. Die Ritter des Eynevolks gaben höfische Szenen zum besten, die KG Oecher Duemjroefe stellte die Fanfarenbläser und die mit Hellebarden bewaffneten Wachen, die Mitglieder der KG Oecher Hunnenhorde sorgten mit ihrer gar erschröcklischen Aufmachung für Aufsehen, und die Gruppe „Chaos Cantabile” unterhielt die Besucher mit Sängern, Musikern und Gauklern. Außerdem waren am bunten Treiben auf dem Markt die Aachener Stadtreiter beteiligt.

Wie in jedem Jahr gab es für hungrige Gäste die mittlerweile berühmt gewordene Karlswurst. Dabei handelt es sich um eine Spezialität, die einer Mettwurst ähnlich ist, die die Mitglieder der Fleischerinnung zum Karlsfest herstellen. Sie bedienen sich dabei zum Würzen, aber auch zum optischen Verfeinern der Wurst diverser Pflanzen, wie sie etwa im Karlsgarten auf Gut Melaten wachsen. Den Reinerlös stellte die Fleischerinnung erneut für die Erhaltung des Rathauses zur Verfügung.

Zum Abschluss des Karlsfestes wurde es noch einmal kulturell anspruchsvoll. Denn - auch dies mittlerweile eine lieb gewordene Tradition - Domorganist Norbert Richtsteig spielte auf der Klais-Orgel des Aachener Doms, der so genannten Hochmünster-Orgel, ein Konzert mit Werken von Johann Sebastian Bach, Hermann Schroeder und Paul Hindemith.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert