Aachen - Karl Schultheis fordert Ausbau der Bahn anstelle der B258n

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Karl Schultheis fordert Ausbau der Bahn anstelle der B258n

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Die politischen Mehrheiten in Aachen lehnen die im Bundesverkehrswegeplan festgeschriebene Schnellstraße B258n ab. Sie würde die Wiesen zwischen Kohlscheid, Richterich und Horbach bis zur niederländischen Grenze hin zerschneiden.

Die Verkehrsplaner im Bund wollen in Übereinstimmung mit den niederländischen Nachbarn diese Verbindung bauen, um die jenseits der Grenze geplante Ortsumgehung von Kerkrade anzubinden und um - angeblich - die Roermonder Straße von Verkehr zu entlasten.

Am Donnerstag stellte der Aachener Landtagsabgeordnete Karl Schultheis (SPD) in Zusammenarbeit mit der Bürgerinitiative „B258nein” klar, dass das geplante Durchschneiden des Heydener Ländchens verkehrstechnisch nicht gebraucht werde und ökologisch „völlig unverantwortlich” sei.

Bei einem Ortstermin am Horbacher „Hochzeitswäldchen” verdeutlichten Ulrich Pathe von der Bürgerinitiative und der Abgeordnete Schultheis, dass die intakte Landschaft dort gegen den Willen der ansässigen Bürger geopfert werde - warum, das weiß niemand so recht.

„Das ist Aachener Stadtgebiet und das geht zu Lasten der Rechtsinteressen der Stadt”, bewertete Schultheis die vom Landesbetrieb Straßenbau NRW geplante Trasse. Schultheis erregte sich ebenso wie Pathe über ein Schreiben des Herzogenrather Bürgermeisters Christoph von den Driesch an Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer. Von den Driesch wendet sich gegen ein Schreiben von Aachens OB Marcel Philipp, der dem Bundesminister den Beschluss des Stadtrates gegen den Bau der Straße mitteilte.

Schon im Petitionsausschuss

Der Herzogenrather Bürgermeister in dem Schreiben: „Ich bedauere, feststellen zu müssen, dass diese Anregung der Stadt Aachen nicht interkommunal abgestimmt ist.” Die Anregung der Stadt Aachen lautete: kein Bau der B258n. Das bekräftigte Schultheis, der das Thema bereits im Petitionsausschuss des Landtages betreute, nochmals: „Die Stadt Herzogenrath hat bisher keinen Ratsbeschluss zu dem Thema vorzuweisen.” Das sei politisch aber nur recht und billig bei einem so brisanten Thema.

Statt der Straße befürwortet der Abgeordnete eine Schienenanbindung, Start der Regionalbahn soll am nahen Gewerbegebiet Avantis sein, dann an Kerkrade vorbei bis zum Westbahnhof und bis Heerlen und Maastricht in die andere Richtung. „Das verändert die Zahlen, die den Verkehrsgutachten zu Grunde liegen”, hofft Schultheis auf ein Umdenken. Auch will er eine neuerliche Eingabe in den Petitionsausschuss des Landtages erreichen.

Pathe bezweifelt im Namen der Bürgerinitiative die Verkehrszahlen gemessen an der Roermonder Straße: „Das ist in Wirklichkeit weniger.” Das alles soll noch in die laufende Umweltverträglichkeitsstudie Eingang finden, hoffen die B258n-Gegner.

Ramsauer allerdings antwortete im Januar dem Herzogenrather Bürgermeister durchaus positiv; er habe Philipp geantwortet „dass die verkehrliche Notwendigkeit dieser Maßnahme nachgewiesen ist”. Straßenbau NRW habe „den uneingeschränkten Planungsauftrag”.
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