Karl Pütz wird 75: Ein Haarener durch und durch

Von: Georg Dünnwald und Yannic Blaschke
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„Wer kommt, kommt. Wer nicht kommt, bleibt da.” Der ehemalige Haarener Bezirksvorsteher Karl Pütz feiert heute in seinem Einfamilienhaus seinen 75. Geburtstag. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Der Mann ist Haarener durch und durch: Am Montag wird Karl Pütz 75 Jahre alt. Vieles hat Pütz in den 20 Jahren, in denen er von 1979 bis 1999 Bezirksvorsteher des Stadtbezirks Haaren/Verlautenheide war, im Quartier mitgestaltet. In der selben Zeit nahm Pütz auch als Ratsherr der Stadt Aachen auf die Politik der ganzen Stadt Einfluss.

„Ich habe mich immer für Haaren eingesetzt”, ist er durchaus stolz auf geleistete Arbeit. Nur eines bedauert er: „Dass ich nicht die Haarener Allee habe durchsetzen können.” Er glaubt, dass diese Straße eine große Entlastung für die Alt-Haarener-Straße sein würde, auf der sich tagtäglich schon ab dem frühen Nachmittag dicke Autoschlangen stauen.

Aus der aktiven Politik hat er sich zurückgezogen, das heißt aber nicht, dass er sich für Politik nicht mehr interessiert. Auf seine christdemokratischen Kollegen ist Pütz da gar nicht sehr stolz. Der schwarz-gelben Koalition in Berlin gibt er ganz schlechte Noten. Merkel & Co. regierten regierten das Land nicht konsequent genug, mit einem entschiedenen „entweder oder”.

„Die Kanzlerin setzt sich einfach zu wenig durch”, kann er sich nicht begeistern. Auch der Aachener CDU schreibt er ins Stammbuch, dass sie nicht bürgernah genug agiere. Eine schwarz-grüne Zusammenarbeit im Rat hat er nie für möglich gehalten. Er hält sie auch gefährlich für die CDU, „die Grünen haben sehr gute Leute, da muss die CDU aufpassen, dass sie nicht vereinnahmt wird”. In den Reihen der Christdemokraten fehle nicht etwa die Jugend, sondern eher die Erfahrung älterer Politiker. „Die Mischung macht´s”, ist der alte politische Haudegen überzeugt.

Um mitgestalten zu können, hat sich der gelernte Industriekaufmann während seiner Ratstätigkeit vor allem im Bauausschuss engagiert. Einer seiner Gegenspieler war dabei der junge grüne Architekt Michael Rau. „Von dem halte ich viel.” Auf die Frage eines Künstlers, warum er nicht im Kulturausschuss mitarbeite, antwortete der Kunstliebhaber Karl Pütz trocken: „Mit so einem Ausschuss kann ich Euch nichts bringen.”

Er unterstütze Künstler vom Kaliber Pitt Lacroix und Joachim Bandau, von dem er sogar mit Unterstützung der Sparkasse eine Skulptur kaufte und auf dem Haarener Markt gegen den Widerstand einer eher unsachverständigen Bezirksvertretung aufstellen ließ. Pütz aber setzte sich durch, seine Kollegen im „Gemeinderat” stimmten schließlich allesamt zu. Ein wenig Bauernschläue war dabei Pütz durchaus behilflich.

Werke von Bandau und Lacroix hängen einträchtig im Pütz´schen Wohnzimmer in seinem Haarener Einfamilienhaus, im Treppenhaus hängt so manches Poster, das auf gewesene Ausstellungen hinweist.

Mit Ehefrau Aline erwartet am Montag Pütz bei sich Zuhause, In den Atzenbenden 76, jede Menge Gäste. „Wer kommt, kommt. Wer nicht kommt bleibt da”, sagt er und begründet so, keine Einladungen verschickt zu haben. Auf jeden Fall aber werden seine drei erwachsenen Kinder und die drei geliebten Enkel erscheinen.
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