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Karl ließ seine Königshalle auf römischen Mauern gründen

Von: Heiner Hautermans
Letzte Aktualisierung:
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Das Computer-Modell zeigt Karls Königshalle. Sie wurde auf Resten einer mächtigen römischen Mauer (grau) errichtet, rechts der Granusturm.

Aachen. Acht Monate lang wurde im Herzen der historischen Innenstadt von Aachen gebuddelt und der Marienturm, der westliche Turm des Rathauses, vier Meter tief freigelegt. Dabei haben die Archäologen wichtige Erkenntnisse aus karolingischer und römischer Zeit gewonnen.

 So hat Karl der Große seine Aula Regia, Teil der Ende des 8. Jahrhunderts errichteten Pfalz, auf einer römischen Mauer errichtet, die – fünf Meter breit und acht Meter hoch – in Teilen erhalten blieb. Wahrscheinlich, so vermutet Stadtarchäologe Andreas Schaub, weil der Frankenkönig mit dieser für die damalige Zeit gewaltigen Mauer Eindruck machen wollte, etwa auf Gesandte aus Sachsen.

Errichtet worden war die Mauer nach germanischen Überfällen auf das Römische Reich. Dabei war etwa 275 nach Christus eine Therme auf dem Aachener Markt zerstört worden. Der befestigte Markthügel diente danach wohl als Fluchtburg. Errichtet wurde die Mauer aus wiederverwendeten Steinen, unter anderem einem Meilenpfahl – ein Indiz dafür, dass Aachen doch eine größere Bedeutung für den Verkehr hatte als bisher angenommen.

Allerdings hat man bisher nur die Sockelsteine des bis zu drei Meter hohen Verkehrsschildes entdeckt. Besonders interessieren würde die Forscher die Inschrift der Säule, etwa ein Hinweis auf Köln, Xanten oder Tongeren. Bislang ist nämlich nicht einmal bekannt, ob Aachen zum belgischen oder germanischen Teil des Römischen Reichs gehörte. Der Name Aquis Granae stammt nämlich erst aus dem 8. Jahrhundert. Zu Karls Zeiten war der Markt zwei Meter niedriger als heute. Nach Bränden Ende des 14. Jahrhunderts wurde der Schutt aufgetürmt.

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