Aachen - Karl kommt auf die Kinoleinwand

Karl kommt auf die Kinoleinwand

Von: Martina Feldhaus
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Große Vorfreude: Kinobetreiber Leo Stürtz, Kulturdezernent Wolfgang Rombey und Filmproduzent Bernd Wilting (v. l.). Foto: Ralf Roeger

Aachen. Bereits jetzt, über einen Monat vor dem großen Tag, schwärmen die Verantwortlichen von Superlativen. „Damit könnten wir die Besucherzahlen der vergangenen Karlspreis-Rahmenprogramme toppen“, erklärte Kulturdezernent Wolfgang Rombey.

„Wenn wir es schaffen, dass 10.000 Zuschauer an einem einzigen Tag in einem Kino den selben Film sehen, dann ist das wohl einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde wert“, prophezeite der Aachener Kinobetreiber Leo Stürz.

Beiden stand am Montagnachmittag beim Pressetermin im Kapuziner Karree die Vorfreude auf den Film „Karl der Große“ deutlich ins Gesicht geschrieben. Gemeinsam mit Filmproduzent Bernd Wilting stellten sie den aufwendigen, 2,6 Millionen Euro teuren Streifen, den die Kölner Firma Taglicht Media im Auftrag von WDR und dem österreichischen Privatsender Servus TV zum 1200. Todesjahr des Frankenkönigs produziert hat, noch mal ausführlich vor.

Denn in Aachen wird die Mischung aus Spielfilm und historischer Dokumentation am Dienstag, 16. April, zum allerersten Mal für die Öffentlichkeit zu sehen sein. Gezeigt wird „Karl der Große“ in den Kinos Cineplex und Eden, und zwar ab morgens 10 Uhr für alle interessierten Öcher, für Gruppen, Vereine und Schulklassen. Später folgen Ausstrahlungen im Fernsehen.

Schon jetzt sieht Rombey in dem Film eine große Chance – für Aachen, für den diesjährigen Karlspreis, in dessen Rahmenprogramm die Aachener Preview fällt, und nicht zuletzt für die dreiteilige, mehrmonatige Karlsausstellung, mit der die Stadt ab 19. Juni 2014 das Karlsjahr begehen will. Rombey: „Der Film kann uns eine ganz andere, bessere Publicity bringen. Er gestaltet die Geschichte Karls des Großen sehr lebendig und kann die Ausstellung so auflockern.“

Einzelne Sequenzen und Szenen, auch solche, die es im fertigen Film nicht gibt, sollen im Ausstellungsteil „Karls Pfalz – Orte der Macht“ im Rathaus zu sehen sein. Denn dieser soll nach den Plänen des Kurators und Historikers Frank Pohle viel von Multimedialität leben, im Gegensatz zu den Präsentationen in Centre Charlemagne und Domschatzkammer, für die bereits viele wertvolle Exponate organisiert wurden.

Trotz aller Euphorie: Rombey gab am Montag zu, dass er von dem Film zunächst enttäuscht war. „Darin wird Karl der Große zu so einem schnoddrigen Frauenheld, der vor blutiger Gewalt absolut nicht zurückschreckt“, meinte Rombey. „Das passte erst so gar nicht zu unserem ehrfürchtigen Bild des großen Königs, den wir gerne als Vater Europas bezeichnen.“ Und tatsächlich geht der Film laut Produzent Bernd Wilting nicht zimperlich mit dem Mythos um. „Karl der Große war ein Mensch aus Fleisch und Blut. Wir hoffen, es ist uns gelungen, ihn etwas von dem Sockel der Heldenverehrung runterzuholen.“

In der Umsetzung tun Wilting und seine Kollegen das mit einem Mix aus historischen korrekten Fakten („wir haben mit der Elite der aktuellen Karlsforschung zusammengearbeitet“) und einem unterhaltsamen Erzählstrang. „Dramadok“ nennt das die Filmbranche. Wilting: „Wir setzen auf eine seröse Popularisierung der Figur Karls des Großen“.

Genau darüber freut sich auch Rombey, nachdem er den ersten Eindruck verdaut hat. „Es geht darum, Geschichte anschaulich zu erzählen. Und da darf und soll die angenommene, blutige Realität vor Augen geführt werden.“ Wie das nun aussieht, können die Aachener am 16. April selbst erleben.

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