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Kapuzinergraben: Der unangenehme Geruch der Frau Ginkgo

Von: Laura Beemelmanns
Letzte Aktualisierung:
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Kein netter Nachbar: Die Früchte von weiblichen Ginkgobäumen riechen ranzig. Foto: Harald Krömer

Aachen. Die Herren und Frauen Ginkgo könnten am Kapuzinergraben ein schönes Baumleben führen. Sie würden weiterhin in ihren kleinen Beeten am Straßenrand nebeneinander stehen, den Menschen Schatten spenden und Vögeln ein Zuhause bieten.

Wenn es da nicht dieses eine, unangenehme, aber nicht zu ignorierende Problem mit den Baumdamen geben würde. Von den fünf Ginkgobäumen sind nämlich zwei weiblich – und die stinken im Herbst leider zum Himmel.

Genau genommen stinken nicht die Bäume selbst, sondern deren Früchte. „Wenn die Früchte der weiblichen Pflanze auf den Boden fallen und aufgehen oder zertreten werden, dann stinken sie“, sagt Rita Klösges vom städtischen Presseamt. Die abgefallenen Früchte sind meist goldgelb bis bräunlich, daher könnte man sie fast für Mirabellen halten – wäre da nicht ein beißender, fast ranziger Geruch, der beim Verfaulen des sich ablösenden, stark fetthaltigen Samenfleisches entsteht. Und der ist auch der Grund dafür, warum sich die Anwohner am Mittwoch  in den sozialen Netzwerken Luft machten.

Geht man einmal kurz an den Bäumen vorbei, dann wundert man sich nur über den ranzigen Geruch. Hat man jedoch das Wohnzimmerfenster direkt neben einem weiblichen Ginkgo, dann ist es eben mehr als eine vorübergehende Belästigung.

Nur noch männliche Pflanzen

Seit vielen Jahren werden aus diesem Grund auch keine weiblichen Ginkgos mehr in Aachen gepflanzt, wie Klösges mitteilt. Früher sei es nicht so einfach gewesen, die männlichen von weiblichen Pflanzen zu unterscheiden. Bis zur ersten Blüte sei es schwierig, dies zu erkennen. Das Problem ist nur: die erste Blüte findet erst nach 30 bis 40 Jahren statt.

„Heutzutage kann man das feststellen“, sagt Klösges. Die ohnehin schon gebeutelte weibliche Pflanze kann demnach nicht auf eine Frauenquote hoffen. Denn neben dem Gestank wächst sie auch noch breiter, ausladender, als die schmalen männlichen Exemplare. Die Natur hat es bei den Ginkgos nicht allzu gut gemeint, könnte man denken.

Was nun mit den zwei stinkenden Exemplaren am Kapuzinergraben geschehen soll, ist derzeit noch unklar. Eine Variante wäre, die beiden weiblichen Bäume zu fällen. Die andere: Die Früchte müssen regelmäßig weggekehrt werden, damit sie gar nicht erst aufgehen können. Da wären dann aber auch die Anwohner gefragt, sagt Klösges. Derzeit sehe es so aus, dass es auf die erste Variante hinausläuft. Doch sicher sei das noch nicht.

Die Anwohner müssen daher in diesen Tagen entweder regelmäßig den Besen schwingen oder aber den Geruch aushalten. Denn nach einigen Wochen sind alle Früchte vom Baum gefallen.

Die Herren und Frauen Ginkgo werden sich somit womöglich in einiger Zeit voneinander verabschieden müssen.

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