Kappesball: Im Karneval „auch mal Witze machen“

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
8902967.jpg
Ein Teil des Kappesball-Ensembles gruppierte sich am Mittwoch im „Onrust“ zwanglos mit gestrecktem Klenkes-Finger um den Conférencier und Aachener Comedian Meikel Freialdenhoven (Mitte, mit Gitarre). Foto: Harald Krömer

Aachen. Es droht erneut ein „Kappesball“ in der kommenden Session, die alternativen Jecken schlagen jetzt zum zweiten Mal in der berüchtigten „Kappertzhölle“ (Saalbau Rothe Erde) zu, sechs Vorstellungen (plus möglicherweise eine weitere) sind nach dem grandiosen Debüt im letzten Jahr für das Hochamt dieser Karnevalisten Anfang Februar 2015 eingeplant.

„Wir haben jetzt schon eine Tradition“, ulkte das Team um den Barden und Öcher Komiker Meikel Freialdenhoven, der das Intro zum Kartenvorverkauf im Klenkes-Keller „Onrust“ (Kurfürstenstraße) souverän über die Bühne brachte. Unter dem Motto „erwartet nur das Schlimmste, und das Schlimmste sind wir“ ging die Blödelei am Mittwoch um 12 Uhr 11 – also einen Tag und eine Stunde nach der Eröffnung der offiziellen Session am 11.11. – raketenartig los.

Raus aus dem Strunx-Schatten

Das Team der Strunx-Nachfolger im Saal von Peter Kappertz ist in diesem Jahr wieder vollzählig an Bord. Das lässt eine ebenso gute Performance erwarten, wie sie die bunte Truppe mit so schillernden (am Mittwoch im goldglitzernden Paillettenkleidchen) Figuren wie Elizaveta Kostyuk, in der Kleinkunstszene inzwischen bestens bekannt als russisches Migrantenkind „Lizuscha“, im vergangenen Jahr hingelegt hatte.

Der damaligen Berichterstatter der „Nachrichten“ war offensichtlich begeistert und bescheinigte dem 14-köpfigen Ensemble, es gewinne dem Karneval tatsächlich völlig neue Seiten ab – sogar vielleicht mehr noch, als es den Strunxlern je gelungen sei, die immerhin 22 Jahre lang die bunte Szene des alternativen Karnevals durchaus zu Begeisterungsstürmen animiert hatten.

Gemeinsames Grundrauschen

Das Erfolgsrezept dürfte sein, dass bewährte Comedy- und Kleinkunstgrößen rund um Meikel Freialdenhoven und Kurt Radermacher sich mit jungen Kräften gemischt hatten und anscheinend auf Anhieb ein humoristisches Grundrauschen fanden, das viele Nachwuchsjecke wie generell an Ulk und Narretei Interessierte spontan faszinierte.

Als Kappesköpfe, die das Motto „man muss im Karneval auch mal Witze machen“ wie ein Mantra vor sich hertragen, sind beispielsweise wieder die Stadtmarketing-Experten Michael Dannhauer und Thorsten Neumann (als „Hoppla, das Duo“) dabei, oder auch Necip Tokoglu mit seinen türkischen Heimatgeschichten und die zwei inzwischen bereits legendären Artistik-Humoristen des Wallstreet Theatre, Christian Klömpken und Andreas Wiegels. Für das richtige musikalische Ambiente wird wieder die Band „the four shops“ (Sören Leyers, Andy Zingsem, Mario Adler, Heiko Glauch) sorgen, die sich spontan durch Andy Reinhard und Jonas Lorenz zu den „the 6 shops“ aufbrezeln können.

Ersatz im Hut

Wie auch immer: Die Kappertzhölle wird toben, dass dürfte nicht zu viel versprochen sein, und das kann man nach einem kleinen musikalischen Vorgeschmack am Mittwoch auf der Omrust-Bühne durchaus gefahrlos prophezeien. Einer eventuell im Vorfeld wabernden Gerüchteküche im Hinblick auf das Wallstreet Theatre baute Meikel Freialdenhoven bereits vor:

„Es wird so sein, dass das Duo an einem der Termine nicht dabei sein kann.“ Welcher das dann sei, wolle man nicht sagen, doch es seien hochwertige Überraschungsgäste für diesen, dann denkwürdigen, Kappesabend verpflichtet.

Alle Vorstellungen warten mit einem rund dreistündigen Programm ohne Pause auf.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert