Kann das Schwimmbad im Preuswald doch gerettet werden?

Von: Gerald Eimer
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Wie weiter mit dem Preuswald-Schwimmbad? Diese Frage beschäftigt auch Oberbürgermeister Marcel Philipp. Foto: Harald Krömer

Aachen. Kann die Schließung des Schwimmbads im Preuswald noch abgewendet werden? Darauf hoffen viele Anwohner und Teilnehmer der dort angebotenen Schwimmkurse. Jetzt macht ihnen Oberbürgermeister Marcel Philipp Hoffnung.

Auf Anfrage erklärte Philipp am Donnerstag: „Aus unserer Sicht besteht die Verpflichtung, das Schwimmbad weiterzuführen. Es ist Teil des Vertrags, dass dort investiert und das Schwimmbad zur Verfügung gestellt wird.“

In der Pflicht sieht Philipp vor allem die Deutsche Annington. Die Immobiliengruppe ist bekanntlich Mehrheitseigentümerin des Wohnungsbestands im Preuswald und auch verantwortlich für das Schwimmbad. Seit Jahren steht Annington jedoch in der Kritik der Anwohner, die dem Unternehmen vorwerfen, maximale Profite aus den Bauten zu ziehen, ohne in den Bestand zu investieren.

Die Folgen sind an vielen Stellen zu sehen. Von „verwahrlosten Problemimmobilien“ spricht auch die Verwaltung. Gefährdet ist dadurch nun auch der Betrieb des Schwimmbades, wie die „Nachrichten“ im April berichteten. Das „Zentrum für Gesundheitsförderung“ des Marienhospitals beabsichtigt, seinen Betrieb Ende des Jahres einzustellen, bestätigte seinerzeit Geschäftsführer Rolf-Leonhard Haugrund. Im Falle einer Sanierung würde der Pachtbeitrag so sehr steigen, dass dies nicht mehr mit dem jetzigen Betreiberkonzept zu vereinbaren sei, erklärte er.

Unter vielen Kursteilnehmern hat dies zu einem empörten Aufschrei geführt. In Leserbriefen, auf Flugblättern und mit Unterschriftenaktionen fordern sie den Erhalt des Schwimmbades.

Ältere Menschen nehmen dort teils schon seit vielen Jahren an Aqua-Trainings teil, Babys haben dort erste Erfahrungen mit dem Wasser gesammelt, Kinder haben ihr Seepferdchen erworben. Das Preuswald-Schwimmbad wird von den Nutzern als „Institution mit langer Tradition“ gelobt. Den Kursleitern wird „kompetente Betreuung“ in „schöner Atmosphäre“ bescheinigt. „Wir Eltern und Teilnehmer der Kurse“ bitten daher nun „die Verantwortlichen, diesen Schritt zu überdenken und eine Lösung für den Erhalt des Schwimmbades zu finden“.

Den Weg dazu könnte der Erbbaurechtsvertrag eröffnen, den jüngst die Bürgerinitiative im Preuswald öffentlich gemacht hat. Demnach ist die Annington als Pächter der städtischen Grundstücke zur Instandhaltung ihrer Gebäude verpflichtet. „Erforderliche Ausbesserungen und Erneuerungen sind stets unverzüglich vorzunehmen“, heißt es in dem Vertrag. In der Vergangenheit scheint dieser Passus jedoch bei der Stadt in Vergessenheit geraten und von der Annington konsequent missachtet worden zu sein.

Das soll sich nun offenbar ändern, wie Philipp deutlich macht. „Wir glauben, dass Annington die Verpflichtung hat zu investieren.“ Diese Position will er auch bei einem Treffen Anfang kommenden Monats mit dem neuen Annington-Vorstandsvorsitzenden Rolf Buch deutlich machen. Ob es zu Zugeständnissen kommen wird und wie tief Buch überhaupt mit den Aachener Gegebenheiten vertraut ist, vermag freilich auch Phi­lipp noch nicht abzuschätzen.

Die Initiative Preuswald, die die Politik seit Jahren bedrängt, mehr für die einstige Mustersiedlung im Grünen zu tun, blickt dem Treffen im Juni nun ebenfalls mit Spannung entgegen. Inwieweit sie direkt eingebunden wird, ist laut Philipp noch offen.

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