Kanalbaustelle wird zum Kino

Von: Heinrich Schauerte
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Bei Glühwein und Eiseskälte: In einem überdachten Hinterhof in der Annastraße wird der Film „Alte Kameraden” gezeigt. Foto: Heike Lachmann

Aachen. An Aachens „Kannale Grande” tut sich wieder was. Momentan ist die Kanalbaustelle in der Annastraße ein Schauplatz für die „FilmSpielStraße”, eine cineastische Wanderroute durch Aachen.

Die wiederum ist eine Art künstlerisches Vorspiel zum „Made in Europe Filmfestival 2009” (früher Filmfestival Maastricht-Aachen), das am 22. März beginnt.

Die FilmSpielStraße zieht sich vom „Kannale Grande” über die Mörgens- und Krakaustraße bis zur Südstraße hin. Dort laufen in zahlreichen Schaufenstern ambitionierte europäische Filme. Läden, Imbisse und Kioske bieten noch bis zum Monatsende spezielle Vorführungen aus den unterschiedlichsten Genres.

Am Wochenende waren es vor allem zwei Events, die ein cineastisch interessiertes Publikum anlockten. In der Annastraße hatte der rührige Organisator Martin Görg einen überdachten Hinterhof zur Verfügung gestellt, wo man bei Eiseskälte und Glühwein die Leiden hochbetagter Radrennfahrer miterleben und -fühlen konnte.

„Wir haben die Hölle von Flandern in die Annastraße verlegt”, meinte Görg in Anspielung auf einen anderen berühmten Radfahrer-Film, der vor allem die Quälerei und den Schmerz zeigt, von denen dieser Sport gekennzeichnet ist.

Der Film von Bernd Mosblech heißt „Alte Kameraden” und erhielt 1991 den renommierten Grimme-Preis. Er zeigt eine Gruppe von Radfahrern um die damals 87-jährige Aachener Radsportlegende Christian Pützfeld. Mit einer unglaublichen Energieleistung bewältigen die alten Herren ein über Berg und Tal führendes Radrennen im Tiroler St. Johann.

In der ehemaligen Metzgerei und späteren Kult-Boutique „Kopfsülz” in der Südstraße wurden leicht zeitversetzt zunächst einige Kurzfilme gezeigt. Als Hauptfilm lief im Schaufenster und auf zahlreichen Monitoren der polnische Streifen „Edi”.

Der preisgekrönte Film war bereits auf vielen Festivals, aber vorher noch nie in Deutschland zu sehen. Es ist das poetische Sozialdrama eines polnischen Obdachlosen, der endlich zu einer Familie findet. Dazu gab es standesgemäß polnischen Wodka, polnisches Bier und deftige Schmalzstullen, um das alles auch zu verkraften.

In Schaufenstern und Geschäften von Annastraße bis Südstraße zeigt sich auch weiterhin der Film in all seinen Formen und Facetten.

Das neueste Highlight: Papatya Grill, Löhergraben 4: Jeden Dienstag und Donnerstag wird im März um 19 Uhr die Dokumentation „Die Döner Queen” über eine türkische Döner-Fabrikantin im kultigen Speiseraum gezeigt.
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