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Kanal-TÜV: Hausbesitzern bleibt mehr Zeit

Von: Gerald Eimer
Letzte Aktualisierung:
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Bei Dichtheitsprüfung ist keine neue Regelung geplant.

Aachen. Die Stadt Aachen geht davon aus, ihre auf Eis liegende Satzung über Dichtheitsprüfungen privater Abwasserleitungen in Wasserschutzgebieten in Kürze wieder in Kraft setzen zu können. Man warte jetzt den Gesetzestext des Landes ab und werde dann die Satzung entsprechend anpassen, kündigt Eckard Larosch, Chef der städtischen Bauverwaltung, an.

Vor Mitte des Jahres müssten betroffene Hausbesitzer jedoch kaum mit Post von der Stadt rechnen. Der Landtag hat am Mittwoch beschlossen, dass die Prüfpflicht für private Abwasserleitungen nur für Hauseigentümer in Wasserschutzgebieten gelten soll, den Kommunen jedoch auch flexible Lösungen vor Ort ermöglicht werden sollen. Die Stadt Aachen hatte eine entsprechende Satzung bereits im Juli 2011 verabschiedet, die wegen der unsicheren Rechtslage dann jedoch ausgesetzt wurde. In der Tat werden nun voraussichtlich neue Fristen gelten. Und das Gros der Aachener Hausbesitzer wird voraussichtlich gar keinen Dichtheitsnachweis mehr erbringen müssen.

In Aachen wären nach jetzigem Stand insbesondere Hausbesitzer in den vier Wasserschutzgebieten Eicher Stollen, Schmithof, Brandenburg und Reichswald betroffen. Für Häuser, die vor 1965 gebaut wurden, muss voraussichtlich bis 2015 nachgewiesen werden, dass die Abwasserleitungen dicht sind, für alle anderen gilt eine Frist bis 2020.

Denkbar sei allerdings laut Larosch, dass die Stadt weitergehende Dichtheitsprüfungen in den Thermalwassergebieten für nötig hält. In diesem Fall wären deutlich mehr Hausbesitzer in Teilen der Innenstadt und Teilen Burtscheids betroffen.

Larosch betont, dass der Stadt der Gesetzestext noch nicht vorliegt und insofern Aussagen zum weiteren Vorgehen derzeit nur unter Vorbehalt möglich sind. Wie berichtet, denkt der Hauseigentümerverband „Haus&Grund“ über eine Klage gegen das Gesetz nach. Denn viele Bürger zweifeln am Sinn der Untersuchung und sehen im neuen Landeswassergesetz vor allem ein Konjunkturprogramm für die Kanalbranche.

Larosch verspricht, dass die Stadt „nicht mit der Brechstange vorgehen“ wird und eine möglichst verträgliche Lösung für die Bürger sucht. Das Land hat seinerseits angekündigt, finanzschwachen Bürgern bei notwendigen Kanalsanierungen mit zinsgünstigen Krediten helfen zu wollen.

Die Kosten für die Dichtheitsprüfung werden auf rund 500 Euro pro Grundstück geschätzt. Sollte eine Sanierung nötig werden, können jedoch schnell Beträge in vier- bis fünfstelliger Höhe fällig werden.

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