Aachen - „Kaktus” verzichtet auf Geburtstagsfeier

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„Kaktus” verzichtet auf Geburtstagsfeier

Von: Nele Pasch
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Josef Bodden, Marie Lisse, Hildgarde Lisse und Josef Karden (von links) verzichten anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Jugendhilfeeinrichtung „Kaktus” auf ein teures Geburtstagsfest. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Wohin, wenn es Zuhause zu schwierig wird? Was tut man, wenn die Streitigkeiten mit den Eltern nicht mehr auszuhalten sind? Vor 25 Jahren haben einige engagierte Sozialpädagogen eine Antwort auf diese Fragen gefunden und gründeten die Jugend- und Familieneinrichtung „Kaktus”.

Dort finden Jugendliche bei Problemen auf ihrem Weg zum Erwachsenwerden Unterstützung. Sie werden in Wohngemeinschaften oder auch in betreuten Einzelwohnungen darauf vorbereitet, den Alltag eines Tages selbstständig meistern zu können, wie etwa einen regelmäßigen Schulbesuch oder Ordnung und Sauberkeit.

Dabei werden sie von Sozialpädagogen, Erzieherinnen und auch Antiaggressions-Trainern unterstützt. Zudem haben die Jugendlichen die Möglichkeit, sich im hauseigenen Fitness-Studio, auszutoben.

Darüber hinaus bietet die Jugendhilfeeinrichtung in der Püngelerstraße auch „Flexible Hilfen” an. Das Angebot richtet sich an Familien, oft mit jungen Kindern, die Unterstützung in einer besonderen Lebenslage benötigen. Sei es in der Erziehung ihrer Kinder, in der Eingliederung und Teilnahme am gesellschaftlichen Leben oder Unterstützung im Aufbau einer wertschätzenden Kommunikation untereinander.

Doch trotz des vielfältigen Angebots bleibt ein vermeintlicher Widerspruch: „Wenn es dem Kaktus gut geht, geht es den Jugendlichen schlecht”, sagte die Vorsitzende der Einrichtung, Hildgarde Lisse. Denn mittlerweile übersteige die Nachfrage das Angebot.

Einen Wunsch erfüllen

Dementsprechend haben sich die Betreuer zum 25-jährigen Bestehen etwas ganz Besonderes ausgedacht: Anstatt teure Festlichkeiten zu veranstalten, werde das Geld gespart, um es den Jugendlichen zugute kommen zu lassen. „Sie und die von der Einrichtung betreuten Familien sollen die Möglichkeit haben, etwas zu tun, was sie sich immer schon gewünscht haben”, erklärte Lisse. Sei es eine Ausflugsfahrt, ein Freizeitsport oder ein Theaterbesuch. Denn die Möglichkeit, gemeinsam Spaß zu haben, sei leider nicht immer eine Selbstverständlichkeit.
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