Kaiserplatz: Staub und Dreck nerven die Anwohner

Von: Gerald Eimer
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Bis in acht Meter Tiefe müssen sich die Maschinen am Kaiserplatz graben. Täglich werden derzeit bis zu 100 Lkw-Ladungen Bodenschutt abtransportiert. Nicht immer geschieht dies offenbar den Vereinbarungen entsprechend. Foto: Harald Krömer

Aachen. Zwar locken Pfahlbohrer, Bagger, Kran und Co. tagtäglich Schaulustige in großer Zahl, doch vergnüglich ist das Leben rund um die Großbaustelle am Kaiserplatz dennoch nicht. Lärm und Dreck zehren schon jetzt – kaum vier Monate nach dem ersten Spatenstich auf dem Gelände des geplanten Einkaufszentrums „Aquis Plaza“ – an den Nerven der Anwohner. Und nicht wenige sind der Meinung, dass die Bauherren mehr gegen die Belastungen unternehmen könnten.

So klagen Anwohner gerade bei der derzeit herrschenden Trockenheit verstärkt über eine enorme Staubbelastung im Viertel, die so nicht sein müsste. Denn verursacht wird sie nicht zuletzt durch die permanent an- und abfahrenden Lkw, die ihre Ladung offenbar vielfach nicht abdecken. Die Folge ist für jedermann sichtbar: Dicke Sandwolken, die sich entlang der umliegenden Straße als matte Staubschicht ablegen, wirbeln hinter den Lastern her.

Das soll eigentlich nicht sein, erklärt Baustellenleiter Petr Sikl. Die derzeit dort tätige Baufirma sei grundsätzlich verpflichtet, gerade staubiges Material mit einer Ladeplane abzudecken. Nun sollen verstärkt die Wachdienste auf die vorschriftsmäßige Lastabdeckung achten, und auch die Baufirma sei nochmals darauf hingewiesen worden.

Immerhin zehn bis zwölf Lkw sind derzeit täglich auf der Baustelle im Einsatz, von denen jeder einzelne bis zu zehn Mal am Tag Bodenschutt abfährt. Frühestens Ende März nächsten Jahres können laut Sikl die Aushubarbeiten beendet werden.

Sorge um Straßenschäden

Schmutz und Lärm könnten dabei nie völlig vermieden werden, betonen sowohl Vertreter der Stadt als auch Sikl für den Bauherrn ECE. Gleichwohl versicherten am Donnerstag beide Seiten, die Gegenmaßnahmen zu intensivieren bzw. stärker zu kontrollieren. So werden auch die Straßen regelmäßig gereinigt. Und eine Waschanlage auf dem Gelände soll zusätzlich dafür sorgen, dass die Lkw nicht allzu verdreckt davon fahren.

Derweil beschäftigt einige Anwohner – insbesondere entlang des Adalbertsteinwegs – bereits eine weitere Frage: Hält die Straße überhaupt den zusätzlichen Belastungen durch die vielen Fahrten der schweren Transporter stand? So glauben einige bereits, neue Spurrillen im Asphalt entdeckt zu haben. Müssen womöglich Hauseigentümer und Anwohner dereinst für eine Instandsetzung der Fahrbahnen aufkommen?

Auf Anfrage teilt Axel Costard von der städtischen Pressestelle dazu mit, dass zumindest von den Nebenstraßen im Umfeld der Baustelle noch vor Beginn der Bauarbeiten eine Bestandsaufnahme gemacht worden sei. So könne man nach Fertigstellung feststellen, ob Schäden entstanden sind und der Ursprungszustand wieder hergestellt werden muss. Petr Sikl kündigt an, dass im Bereich der Baustellenzufahrt ohnehin ein neuer Straßenbelag gebaut wird – auf Kosten der Investoren.

Dies gilt jedoch nicht für den Adalbertsteinweg, der laut Costard baulich für Lkw-Verkehr ausgelegt sei. Die rund 80 bis 100 zusätzlichen Lkw-Fahrten durch die Baustelle fallen in der Gesamtbelastung demnach nicht so sehr ins Gewicht: Täglich werden auf dem Adalbertsteinweg zwischen Kaiserplatz und Josefskirche rund 28 000 Fahrten gezählt, darunter 1500 durch den Schwerverkehr, darunter natürlich auch viele Busse.

Im Blick hat die Stadt nunmehr auch die Fußgänger, unter denen sich vor allem ältere Leute mit Rollatoren und Eltern mit Kinderwagen über eine zeitweilig miserable Wegeführung entlang der Baustelle beklagt haben. Zu holprig, zu viele Hindernisse, beklagen sie. Und die notdürftig eingerichtete Furt am Fuß von St. Adalbert sei vor allem bei Dunkelheit ein regelrechter „Angstbereich“. Laut Costard hat sich die Stadt inzwischen erfolgreich für eine Verbesserung eingesetzt. Eine neue Fußgängerverbindung in Richtung Heinrichs­allee wurde geschaffen.

Schwierig genug bleibt die rieisige Baustelle in bester Innenstadtlage, an der sich ECE derzeit noch um eine zweite Zufahrt über die Harscampstraße bemüht. Weitere Konflikte mit Anwohnern sind somit zu erwarten.

Da ist es beruhigend, dass die Arbeiten bislang voll im Zeitplan liegen und ein Ende in spätestens zwei Jahren somit absehbar ist. Die Eröffnung des Shopping-Centers „Aquis Plaza“ ist für Herbst 2015 vorgesehen. Rund 130 Geschäfte sollen dort unterkommen und einen neuen Anziehungspunkt für Aachen schaffen. Allerdings sind in dem wichtigen Einkaufsbereich schon jetzt weitere Um- und Neubauten geplant.

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