Aachen - Kaiserplatz-Galerie: OB Philipp sieht Fortschritte

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Kaiserplatz-Galerie: OB Philipp sieht Fortschritte

Von: Heiner Hautermans
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Seit Jahren eine hässliche Br
Seit Jahren eine hässliche Brachfläche: Die Abrissarbeiten für die Kaiserplatz-Galerie begannen bereits im Jahre 2007 mit dem Abbruch des Gloria-Kinos. Foto: Harald Krömer

Aachen. Im Internet wird die Kaiserplatz-Galerie unverdrossen als „städtebaulich ambitioniertes Projekt” und „neue Shopping-Erlebniswelt” angepriesen. Im wirklichen Leben hat sich die Ecke zwischen Beeckstraße, Adalbertsberg, Adalbertstraße und Kaiserplatz zu einem Schandfleck allererster Güte entwickelt, auf dem zu allem Überfluss ein rechtes Vorankommen nicht erkennbar ist.

Viele Menschen fragen sich, weshalb es immer wieder Verzögerungen und nicht eingehaltene Fertigstellungsversprechen seit 2009 gibt.

Dabei war Hoffnung durchaus in Sicht: Die große niederländische Entwicklungsgesellschaft „Foruminvest” will in das 240-Millionen-Projekt einsteigen und führt Verhandlungen mit dem bisherigen Eigentümer, der Projektentwicklungsgesellschaft Adalbertstraße (PEA). „Foruminvest” hat nach eigenen Angaben 40 Projekte von ähnlichem Kaliber in den Niederlanden, Belgien, Frankreich und Italien durchgezogen. Das Investitionsvolumen für die nächsten fünf Jahre beziffert man auf drei Milliarden Euro.

Geschäftsführer Michel Riaskoff sieht das Großprojekt folglich auf einem guten Weg. Man müsse die Pläne noch fertigstellen, zum Beispiel für die geänderte Fassade. Die soll nicht so protzig hochglanz-verglast sein, wie sie noch im Internet zu sehen ist.

Seitdem sich der Architektenbeirat mit dem 240-Millionen-Vorhaben beschäftigt hat, soll die neue Front kleinteiliger ausschauen, fast wie Einzelfassaden und mit weniger Glas, berichtet Oberbürgermeister Marcel Philipp auf Anfrage. Es gehe um Material, Farbe und Tiefe, erläutert Foruminvest-Chef Michel Riaskoff. Man müsse die Pläne noch fertigstellen und werde sie dann im Planungsausschuss präsentieren: „Es dauert noch ein paar Wochen. Wir sind uns da aber ziemlich einig.” Der neue Investor veranschlagt die immer wieder verschobene Fertigstellung jetzt auf Herbst 2013. „Wir machen immer weiter. Das Geld ist vorhanden.”

Eigentlich sollten die Unterschriften unter die Verträge über den Wechsel von PEA zu Foruminvest schon bis Ende September erfolgt sein, doch auch diesen Termin wird man nicht schaffen. OB Philipp: „Wir sehen zwar Fortschritte, warten aber dringend darauf, wer der Endinvestor und der dauerhafte Eigentümer ist. Das ist die entscheidende Frage.” Er hofft nun auf die nächste Woche, wo alle Beteiligten bei der ExpoReal in München den Deal komplett machen könnten. „Das ist da wie ein Brennglas.”


Und wann wird nun der berühmte erste Spatenstich erfolgen? Da ist Philipp vorsichtig: „Wir können kein genaues Datum nennen, da ist noch ein bisschen Unsicherheit. Dafür sind die Dinge zu oft geschoben worden.” Bei der Vermarktung der rund 29.000 Quadratmeter Gewerbefläche sieht es nach Informationen der „Nachrichten” gut aus. Für 40 Prozent der Fläche sind die Pachtverträge bereits unterschrieben, weitere 30 Prozent ausverhandelt.

Vorsichtig bei der Angabe von Terminen, wann der Vertrag zwischen PEA und Foruminvest unterschrieben wird, ist auch Norbert Pontzen, Geschäftsführer der PEA: „Das kann noch eine Woche dauern, das kann noch zwei Wochen dauern.” Pontzen kann allerdings gut erklären, weshalb sich die Sache so in die Länge zieht. „Wir haben in fünf Jahren 48 Immobilien gekauft.”

Mit 174 privaten und rund 40 gewerblichen Mietverhältnissen, die erst dann gekündigt werden konnten, wenn das Haus von PEA erworben worden war. Immer noch sind jedoch vier Wohnungen bewohnt, eine in der Adalbertstraße, drei weitere in der Beeckstraße. Und wenn dann ein Mieter gekündigt ist, aber in zwei Instanzen vor Gericht klagt, ist wieder ein halbes Jahr verloren: „Es gibt Leute, die sind kooperativ, andere kommen mit einer Heerschar von Anwälten. Manche finden angeblich seit fünf Jahren keine Wohnung. Es geht auch um Geld.”

Schließlich sei seine Gesellschaft auch erhebliche Risiken eingegangen: „Wenn Sie links ein Haus kaufen und eins rechts, wissen Sie noch nicht, ob sie auch das in der Mitte bekommen.” Ist ein Objekt leer, könne er aber nicht für jedes einzelne Haus ein Abbruchunternehmen anrücken lassen. Und auch jetzt noch braucht man zwei oder drei sogenannte Nachbarschaftsvereinbarungen: „Die Zustimmungen gestalten sich etwas schwierig.” Immerhin sei man inzwischen Eigentümerin „aller Grundstücke, die wir brauchen”.

Schließlich handele es sich nicht um die Realisierung eines Einfamilienhauses: „Das ist ein Riesenobjekt. Da gibt es wirtschaftliche, juristische und steuerliche Überlegungen.”

Prof. Hans Kahlen, der geistige Vater des kühnen Vorhaben, sei übrigens nie an der PEA beteiligt gewesen, nur eine Firma seines Sohnes.
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