Aachen - Kahlschlag an der Lütticher Straße: 58 Bäume müssen weg

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Kahlschlag an der Lütticher Straße: 58 Bäume müssen weg

Von: Werner Czempas
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Diesen Alleencharakter wird die Lütticher Straße – vorübergehend – verlieren. Im Zuge des zweiten Bauabschnitts werden 58 Bäume krankheitsbedingt gefällt. Doch gut ein Jahr später sollen 69 neu gepflanzt werden. Das Aachener Baumschutzbündnis ist mit dieser Aktion einverstanden. Foto: Harald Krömer

Aachen. Bald wird die Lütticher Straße arg zerfleddert aussehen. 58 Bäume der schönen Allee müssen gefällt werden. In der Bezirksvertretung Aachen-Mitte fiel ob dieser Nachricht nicht nur der CDU-Politiker Jörg Lindemann „aus allen Wolken“.

Vor dem Weitergang des zweiten Bauabschnitts an der Lütticher Straße von der Limburger Straße bis Amsterdamer Ring beauftragte die Stadt einen Gutachter, „den Zustand und die Lebenserwartung der Bäume“ zu erfassen. Regina Poth, Abteilungsleiterin Straßenbau, teilte den Bezirksvertretern das schockierende Ergebnis mit: Viele Bäume sind erheblich krank. Von den vorhandenen 95 Bäumen müssen 58 „aufgrund massiver Schäden im Stamm- und Wurzelbereich“ entfernt werden. Nur 37 seien „mit vertretbarem Aufwand“ zu erhalten.

Überwiegend stehen die kranken Bäume in der zweiten, den Häusern zugewandten Reihe. Viel zu dichtes Parken hat den Boden so verdichtet, dass die Bäume krank wurden. Auch „unsachgemäßer Schnitt“ habe sie beschädigt, räumte Poth fehlerhaftes städtisches Handanlegen ein. Da die „Wiederherstellung des Alleencharakters dieser historischen Magistrale ein wichtiges städtebauliches Ziel der Erneuerung“ ist, werden 69 neue Bäume gepflanzt. Das sind elf mehr als entfernt werden, weshalb auch das Aachener Baumschutzbündnis laut Verwaltung die Fällaktion „größtenteils mitträgt“.

Durch das Fällen der Bäume verbessert sich die Parkraum-Bilanz erheblich. Seit Beginn des Umbaus der Lütticher Straße war es der immer wieder vorgetragene Wunsch der Anwohner, möglichst viel Parkraum zu erhalten. Die Bilanz weist bei der jetzt favorisierten Vorgehensweise denn auch stattliche 277 Parkplätze aus. Einen Vorschlag, wie von der Bürgerinitiative Lütticher angefragt, ob die „rabiate Lösung“ mit dem Fällen von gleich 58 Bäumen „nicht etwas zu strecken“ sei, mochte Straßenbau-Managerin Poth nicht empfehlen. „Umfangreiche Schutznahmen“ an den kranken Bäumen seien dann erforderlich, bevor man in fünf oder zehn Jahren feststelle, dass sie doch gefällt werden müssten.

„So abgesprochen“

„Eine ziemlich große Summe“, stöhnte auch CDU-Sprecherin Marianne Conradt ob des Kahlschlags. Sie riet, das Fällen möglicherweise doch etwas behutsamer anzugehen, um das für die Lütticher Straße zu erwartende „Erscheinungsbild etwas zu dämmen“. Wichtig sei, die Bürger darüber zu informieren, dass die Maßnahme mit der Initiative und dem Baumschutzbündnis „so abgesprochen“ sei.

Auch Joachim Moselage (FDP) mahnte, die Aktion anzukündigen und die Bäume „nicht bei Nacht und Nebel“ zu fällen. Im übrigen werde an der Lütticher Straße „ja nicht auf einmal alles ratzekahl“. In zahlreichen Vorgärten stünden schöne, große Bäume. „Es wird ganz schön anders, die Allee ist zuerst einmal futsch“, kommentierte dagegen Helga Gaube von den Grünen. „Ankündigen, was passiert“, empfahl auch sie und auf die neuen Bäume hinzuweisen, damit die Bürger eine Perspektive sähen. Zwischen dem Fällen und der Neupflanzung vergehe ein Jahr, informierte Regina Poth.

Für die SPD hob Heiner März hervor, dass „endlich nach mehr als fünf Jahren ein Ergebnis“ für die Lütticher Straße vorliege. Er lobte die Bürgerinitiative: „Sie hat viel Arbeit geleistet. Aber die viele Arbeit und der lange Weg haben sich gelohnt. Eine Planung liegt vor, die auch die Bürgerinitiative zufriedenstellt.“

Einstimmig empfahl die Bezirksvertretung Aachen-Mitte dem Mobilitätsausschuss, den Baubeschluss für den zweiten Bauabschnitt Lütticher Straße von der Limburger Straße bis Amsterdamer Ring zu fassen. Der Mobilitätsausschuss berät am 19. September.

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