Käufer der Tivoli-Anleihe sehen ihr Geld nicht wieder

Von: gei
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Aachen. Was sich seit längerem abzeichnete, ist nun offiziell: Die Käufer von Tivoli-Anleihen werden ihr Geld nicht wiedersehen. In nichtöffentlicher Sitzung mussten dies am Dienstag auch die Finanzpolitiker der Stadt einsehen und die Auszahlung von rund 2,1 Millionen Euro an die Alemannia-Insolvenzverwalter veranlassen.

Das letzte Wort hat der Rat der Stadt am nächsten Mittwoch. Doch Hoffnungen können sich die Zeichner der Anleihen auch dann nicht mehr machen. Zwei von der Stadt in Auftrag gegebene Gutachten sprechen eine klare Sprache. Demnach habe die Stadt kaum Chancen, das auf einem Treuhandkonto geparkte Geld zurückzuhalten. Eine gerichtliche Auseinandersetzung habe nur geringe Erfolgsaussichten, heißt es in den Gutachten.

Bereits Anfang des Jahres ist ein externer Jurist im Auftrag der Insolvenzverwalter Rolf-Dieter Mönning und Frank Kebekus zu dem Ergebnis gekommen, dass die von der städtischen Gesellschaft verwalteten Gelder in die Insolvenzmasse von Alemannia Aachen GmbH und Stadion GmbH einfließen müssten. Die Zuordnung sei bereits einvernehmlich erfolgt. Die von der Stadt verfolgte Idee, das Geld nur zur Auszahlung der Fananleihe zu verwenden, ist damit gescheitert.

Dabei hatte man ohnehin schon zugrundegelegt, dass viele Fans auf ihr Geld am Ende der Laufzeit verzichten würden und vor allem die damals stark beworbenen Schmuckurkunden behalten würden. Insgesamt 4,2 Millionen Euro hatten sie 2008 durch den Kauf von Tivoli-Anleihen zum Bau des neuen Stadions beigetragen. Versprochen wurde ihnen eine jährliche Verzinsung von sechs Prozent. Die Auszahlung wäre am 16. August fällig gewesen. Dass im Insolvenzfall der Totalverlust droht, war damals im Wertpapierprospekt nachzulesen, doch ernsthaft erwartet hat das seinerzeit wohl niemand.

Und selbst die Stadt hat bei der Umfinanzierung im vergangenen Jahr eine Insolvenz noch nicht auf der Rechnung gehabt. Sie hatte auf Sicherheiten für die Anleihen-Zeichner gepocht – allein, es war vergeblich, wie sich nun zeigt. Knapp 4000 Menschen, die Anleihen erworben haben, werden nun unfreiwillig ihren Beitrag zur angestrebten Sanierung von Alemannia Aachen leisten.

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