Aachen - Kämmerin: Der Wald bleibt bei der Stadt

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Kämmerin: Der Wald bleibt bei der Stadt

Von: Alfred Stoffels
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Entgegen anders lautenden Gerüchten denkt die Stadt Aachen auch in diesen finanziell turbulenten Zeiten nicht daran, ihr Tafelsilber mehr als sonst zu Geld zu machen.

Beim Verkauf von Grundstücken und Liegenschaften lege man jetzt und in naher Zukunft keine größere Hektik an den Tag, so Kämmerin Annekathrin Grehling, insbesondere sei nicht geplant, den schönen Aachener Stadtwald in andere Hände zu geben, auch nicht teilweise. Was nicht nur die Jungsozialisten erfreuen dürfte.

Deren Aachener Organisation meldete jetzt schärfsten Protest an gegen den vom Land geplanten Verkauf des Eifelwaldes (im Kreis Euskirchen) und nennt den Vorgang „schwarz-gelben Privatisierungswahn”. Wie berichtet, haben sich auch diverse Sozialverbände und der Eifelverein gegen diese Transaktion ausgesprochen. Aber nicht nur in der Eifel, auch in anderen Gegenden des Landes geht es den Wäldern an die Borke, sie werden zunehmend als wohlfeile Kassenfüller entdeckt.

In Aachen soll das ganz anders sein und auch bleiben. Die Kämmerin betonte am Mittwoch auf Anfrage, wenn es nach ihr gehe, bleibe der Stadtwald schön bei der Stadt, „ich jedenfalls habe etwas anderes nicht im Kopf”. Auch wenn es immer mal wieder Anregungen geben sollte, den Bösch ein bisschen zu versilbern.

Bauernhof bis Gaststätte

Auch ansonsten will die Hüterin der Aachener Finanzen standhaft bleiben, was die Weggabe städtisches Eigentums angeht (der Stadt gehören, zum großen Teil per Stiftung, zahlreiche Immobilien, vom Bauernhof bis zur Gaststätte). Annekathrin Grehling: „Ich neige nicht dazu, alles zu verscherbeln und unser Anlagevermögen unter die Menschheit zu bringen, um hinterher kein Eigentum mehr zu haben. Das macht keinen Sinn.”

Was nicht heißt, dass nicht ziemlich permanent gekauft und verkauft wird, aber alles im üblichen Rahmen. So gab die Stadt im Jahr 2008 für den Erwerb von Grundbesitz Beträge im einstelligen Millionenbereich aus, ebenso gab es im selben Zeitraum Erlöse aus umgekehrten Geschäften.

Ausschläge nach oben gibt es schon mal, wenn besondere Objekte losgeschlagen werden, wie möglicherweise im nächsten Jahr der alte Tivoli. Gleichzeitig muss natürlich „Bodenbevorratungspolitik” betrieben werden,

Bisweilen wird die Verpachtung landwirtschaftlicher oder auch gastronomischer Betriebe so schwierig oder unrentabel, dass nur noch ein Verkauf infrage kommt. Zuletzt geschehen beim Hof „Kleine Gasse” an der Berensberger Straße, der durch Neuansiedlung von Kleingärtnern viel Umland verlor, und beim Restaurant „Drimborner Wäldchen”, das wegen Leerstands allmählich verfiel und nun auch einen neuen Eigentümer erhält.

Grundsätzlich ist der Verkauf der Traditionsgaststätte - von den Politkern - beschlossene Sache, die Detailverhandlungen mit dem künftigen Besitzer sind aber noch im Gange.
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