Aachen - Kältewelle oder Dauerfrost?

Kältewelle oder Dauerfrost?

Von: Werner Breuer
Letzte Aktualisierung:
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Der Winter ist messbar: Jürgen Laufer von der Aachener Wetterwarte auf dem Wingertsberg. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Ist das noch eine Kältewelle oder schon sibirischer Dauerfrost? Bei Wellen folgt üblicherweise auf den Kamm das Tal - und ein solches hatten die Wetterfrösche schon am vergangenen Wochenende in Aussicht gestellt.

Nach klirrendem Frost und 20 Minusgraden sollte es am Donnerstag mit Temperaturen zwischen einem Grad über und fünf unter dem Gefrierpunkt wieder vergleichsweise kuschelig werden - so die Prophezeiung vom vergangenen Samstag.

Tatsächlich rutschte das Thermometer aber am Donnerstag wieder in den zweistelligen Minus-Bereich. Auch die strammen 23 Grad unter Null, die in der Nacht zum Mittwoch in Vaals gemessen wurden, übertrafen die Erwartungen der Experten.

Schwierige Prognosen

Deren Weitsicht seien allerdings auch Grenzen gesetzt, weiß Jürgen Laufer von der Aachener Wetterwarte auf dem Wingertsberg. Bei Meteorologen ist das ebenso wie im richtigen Leben: Mit zunehmender Entfernung wird das Bild unschärfer.

Den Wintereinbruch Ende November hatten die Experten allerdings weit vorher im Blick. „Das war früh zu sehen”, erinnert sich Laufer. Die Kälte hielt sich dann bis zum „berühmten Weihnachtstauwetter”, das diesmal richtig „schulmäßig” eingesetzt habe: Am 4. Adventssonntag wurde es wärmer, die Kälte kam am ersten Weihnachtsfeiertag zurück.

Und seit mindestens einer Woche hat sie den Westzipfel so gut im Griff, dass die Öcher sich sogar aufs Eis wagen. Das tun sie allerdings auf eigene Gefahr, wie der Fachbereich Umwelt der Stadt Aachen betont. Viele gehen das Risiko offenbar bereitwillig ein. nach Auskunft des städtischen Presseamts laufen jeden Tag hunderte Bürger über die zugefrorenen Teichanlagen. Besonders beliebt bei Eisläufern ist die Stauanlage Kupferbach.

Auch mit Hilfe des Ordnungsamts hat seien bisher alle Bemühungen fehlgeschlagen das Eis freizuhalten, teilt das Presseamt weiter mit. „Einige Toranlagen sind irreparabel zerstört worden”, heißt es, „schnelle provisorische Sicherungen und Reparaturen werden umgehend wieder entfernt oder zerstört”. Die Verwaltung weist deshalb ausdrücklich darauf hin, dass offenstehende Toranlagen keinesfalls bedeuten, dass die Eisfläche freigegeben ist.

Im Gegensatz zu anderen Städten gab es an Aachener Schulen bisher noch kein „Kältefrei”. Bezirksregierung und Schulverwaltung machen den Schulen auch keine Vorgaben, verlautet aus dem Presseamt. Fällt etwa die Heizung aus, kann die Schulleitung entscheiden, die Kinder nach Hause zu schicken.

Bei Bestattungen macht die klirrende Kälte offenbar keine Probleme. Bei der Aushebung von Gräbern sei der Friedhofsbagger bisher nicht am hart gefrorenen Boden gescheitert, teilt die Stadt auf Anfrage mit.
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