Aachen - Kälte hat dutzende Aachener schon viel Geld gekostet

Kälte hat dutzende Aachener schon viel Geld gekostet

Von: Heiner Hautermans
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Wessen Wagen in Schnee und Eis gehüllt ist, kann Glück haben und von Knöllchen verschont bleiben: Schnee dürfen die Politessen mit der Hand wegschieben, es liegt aber in ihrem Ermessen. Kratzen ist allerdings untersagt, dabei könnten Schäden entstehen. Foto: Harald Krömer

Aachen. Der Arm des Gesetzes ist zurzeit dick eingepackt. Die Aachener Politessen versehen ihren Dienst in Winterjacken, die Hände stecken in Handschuhen. Und kein Vorgesetzter ist böse, wenn sie zwischendurch mal einen Kaffee trinken, zum Aufwärmen.

Ähnliches gilt für die Ordnungshüter. Polizeisprecher Michael Houba: „Die Kollegen sind entsprechend gekleidet.” Probleme mit der Kälte habe man bislang nicht gehabt: „Die Diensträume und Dienstwagen sind geheizt.” Und so lange Einsätze, dass Personal hätte ausgetauscht werden müssen, seien noch nicht aufgetreten.

Bei der Feuerwehr gibt es das sogenannte Zwiebelprinzip. Branddirektor Joachim Schäfer: „Die Ausrüstung besteht aus verschiedenen Schichten.” Über die Jacke kommt dann halt noch eine Überjacke, bei Hosen ebenso. Die Gefahr, dass Tankfahrzeuge einfrieren, bestehe nicht: „Die stehen in beheizten Gebäuden.” Thema sind die Minusgrade dagegen an manchen Einsatzstellen. So kommt es durchaus vor, dass das Wasser in Schläuchen gefriert, wenn sie nicht schnell genug eingepackt werden. Dann muss das gefrorene Teil komplett mit zur Wache genommen und langsam aufgetaut werden.

Während die Profis mit dem Frost also umzugehen wissen, hat es manchen Privatmann hart getroffen. Dutzende Aachener hat der bitterkalte Winter schon hunderte oder tausende Euro gekostet, weil sie Haus oder Auto nicht genügend präpariert haben. Herbert May, Obermeister der Gas- und Wasserinstalleurinnung, weiß, dass in den letzten Tagen vermehrt Rohrbrüche und Heizungsstörungen aufgetreten sind: „Die Kälte dringt in die Keller ein.” Oft sei es dann so, dass die Fenster nicht geschlossen worden seien. Derartige Schäden wurden nicht von der Versicherung gedeckt.

Gefrorene Wasserzähler registriert man auch bei den dafür zuständigen Stadtwerken. Sprecherin Corinna Bürgerhausen rät denn auch dringend dazu, „aufzupassen, dass die Keller nicht zu sehr auskühlen”. Denn nicht nur eingefrorene Zähler müssen ausgetauscht werden, teuer kann es ebenfalls bei Schädigungen der Heizanlagen werden. Auch so mancher Kfz-Eigentümer dürfte sich geärgert haben, dass er seinen fahrbaren Untersatz nicht auf den Wintereinbruch vorbereitet hat. 130 Einsätze hat der Abschleppdienst Peters in den letzten Tagen verbucht, berichtet Geschäftsführer Andreas Peters. Täglich.

Viele Ölspuren

Etwa ein Drittel aller Fälle war auf schlapp machende Batterien zurückzuführen, ein weiteres Drittel auf zu wenig Frostschutzmittel im Motor. Das hat zu kapitalen Schäden geführt, geplatzte Kühler, undichte Zylinderkopfdichtungen oder dem kompletten Kollaps der Antriebseinheit. Außerdem habe man viele Ölspuren entfernen müssen, die nach dem Auftauen von Eis und Schnee die Fahrbahnen unsicher gemacht hätten.

Völlige Funkstille herrscht dagegen im Baugewerbe, sagt Obermeister Georg Quadflieg. „Auf keiner Baustelle in Aachen dreht sich ein Kran.” Das liege daran, dass überall Wasser mitverarbeitet werde, selbst beim Fliesenlegen und Putzen. Und da geht bei minus 10 oder 15 Grad eben gar nichts mehr. Ganz zu schweigen vom Tiefbau: „Der Boden ist so hart, da kommt kein Bagger rein.” Saisonales Kurzarbeitergeld erhalten derzeit auch die Beschäftigten im Dachdeckergewerbe. Obermeister Dietmar Steinmetz wartet auf bessere, wärmere Zeiten: „Wir können gar nicht aufs Dach.”
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