Aachen - JVA-Ausbrecher sollen zahlen

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JVA-Ausbrecher sollen zahlen

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
Michalski
Peter Paul Michalski spricht in Aachen vor dem Landgericht mit seinem Anwalt. Foto: dpa

Aachen. Erneutes gerichtliches Nachspiel im Fall der Aachener JVA-Ausbrecher von 2009, Michael Heckhoff und Peter Paul Michalski. Das Land NRW fordert von den beiden wegen Geiselnahme und Mord verurteilten Schwerverbrechern vor dem Amtsgericht Aachen Schadenersatz in Höhe von 30.000 Euro.

Bei dem spektakulären Ausbruch am Abend kurz nach 20 Uhr aus der JVA-Aachen hatten die in der Aachener JVA in Sicherungsverwahrung einsitzenden Verbrecher einen unbeteiligten JVA-Beamten in der Versorgungsschleuse der Anstalt als Geisel genommen.

Dorthin waren sie durch einen Wachbeamten gekommen, der ihnen die Türen aufschloss - freiwillig und aus Mitleid, wie er später im Strafprozess angab. Doch der unwissende Kollege in der Schleuse, der an dem Abend überwältigt, gefesselt und bedroht wurde, erlitt nach gutachterlichen Feststellungen eine „posttraumatische Belastungsstörung“ und sei inzwischen in den vorzeitigen Ruhestand versetzt worden.

Das sei auf die Aktion bei der Flucht der Schwerverbrecher zurückzuführen, argumentierte das Land am Mittwoch vor Richterin Frauke Potthoff und forderte auch wegen früherer und künftiger Heilungskosten Schadenersatz von den einsitzenden Michalski und Heckhoff.

In einem weiteren Verfahren war gleichzeitig jener Beamte beklagt, der den beiden „schweren Jungs“ den Weg in die nur einige Tage andauernde Freiheit ebnete. Die Flucht ging damals von Aachen über Köln, Essen nach Mülheim an der Ruhr. Der Justizbeamte kassierte eine Haftstrafe von vier Jahren und drei Monaten, zum Gerichtstermin am Mittwoch kam er nicht. Zusätzlich zu den 30.000 Euro betreibt das Land eine sogenannte Feststellungsklage, durch die auch alle zukünftigen Behandlungskosten den Tätern auferlegt werden sollen.

Für Heckhoff-Verteidiger Rainer Dietz (Aachen) ist die Klage „grober Unfug“ : „Mein Mandant darf in der JVA-Bielefeld nicht arbeiten“, kritisiere Dietz und beantragte die Abweisung der Klage.

Jetzt gehts am 30. Oktober weiter.

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