Junges Grenzlandtheater führt neue Version von Rostands „Cyrano“ auf

Von: Eva Onkels
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Schöne Worte, schönes Äußeres: Cyrano (Tobias Novo) und Christian (Sven Djurovic) buhlen beim Jungen Grenzlandtheater um Roxanne (Manuela Frauenrath). Foto: Ralf Roeger

Aachen. Ob in Castingshows oder in der ganz normalen Alltagswelt, das optische Erscheinungsbild eines Menschen lässt schnell Vorurteile oder gar Ablehnung entstehen. Schon in Edmond Rostands 1897 uraufgeführtem Versdramas „Cyrano de Bergerac“ spielt die Oberflächlichkeit eine entscheidende Rolle. Cyrano (Tobias Novo), der wortgewaltige Held mit der zu großen Nase, ist unsterblich in Roxanne (Manuela Frauenrath) verliebt.

Diese hat aber nur Augen für den jungen und hübschen Christian von Neuvillette (Sven Djurovic). Der Kadett hat zwar ein schönes Äußeres, ist aber unbegabt im Umgang mit Frauen – erst recht, wenn es um die richtigen Worte geht. Cyrano und Christian schließen einen Pakt: Cyrano ist das Wort, und Christian das Äußere.

Es ist ein Stück, dass in vielen Facetten auch noch gut in unsere Zeit passt, sagt Uwe Brandt, Intendant des Grenzlandtheaters. Und eines, dass auch für junge Menschen durchaus geeignet ist.

„Cyrano“, die neueste Inszenierung des Jungen Grenzlandtheaters (Greta), wird in den kommenden Wochen und Monaten für und in Schulen in Aachen, Alsdorf, Stolberg und Simmerath aufgeführt. Premiere ist am Dienstag, 8. Oktober, um 11 Uhr im Theatersaal des Kaiser-Karls-Gymnasium. Gedacht ist das Stück für Schüler ab der 8. Klasse bis zur Oberstufe.

Deutlich weniger Figuren

Aufgeführt wird eine interessante Bearbeitung des klassischen Stoffes, geschrieben von Joe Roets und Greet Vissers. 80 Minuten soll das Stück dauern, und obwohl es deutlich kürzer ist als das Original, sind die Figuren kein Stückchen kleiner geworden.

Nur noch drei Schauspieler werden für diese Variante benötigt, im Normalfall benötigt man um die zehn, im Original sind sogar 50 bis 60 vorgesehen.

Die Tiefe der Charaktere bleibt auch in der gekürzten Fassung erhalten. Das zeigen schon einige kurze Szenen bei der Presseprobe. Blicke und Gesten erzählen viel über das Innenleben der Figuren. Die Sprache des Stückes ist Regisseur Tim Riedel und Uwe Brandt besonders wichtig.

Auf der einen Seite erhält man die blumige, bildreiche Verssprache des ursprünglichen Stücks. Durchbrochen wird der Wohlklang der Worte plötzlich durch einen einfallslosen Rap von Christian. So tauchen immer wieder kurze, akrobatische Einlagen und moderne Sprache auf, der Reimduktus wird unterbrochen. Und das Stück wird zu einem Erlebnis für den Zuschauer.

Im Kinder- und Jugendtheater sei es wichtig, nicht auf eine strenge Sprache zu beharren, meint Schauspieler Tobias Novo. „Wenn sich die Jugendlichen langweilen, holen die ihr iPhone raus und man ist weg“, sagt er, halb im Scherz, halb im Ernst. Noch hat das Theater für interessierte Schulen Plätze frei. Melden kann man sich beim Greta in Aachen, Telefon 0241/47 46 117.

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