Aachen/Köln - Junger Komponist mit Talent für die traurigen Szenen

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Junger Komponist mit Talent für die traurigen Szenen

Von: ag
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Ein junger Komponist auf dem Weg nach oben: Richard Bretschneider aus Aachen ist für den Europäischen Filmmusikpreis nominiert.

Aachen/Köln. Die richtige Stimmung zu erkennen und die passende Musik zu finden, ist das besondere Talent des Studenten Richard Bretschneider aus Aachen. Er ist für den Europäischen Filmmusikpreis 2009 nominiert, der am Samstag, 21. November, im Rahmen der Veranstaltung „Soundtrack-Cologne” in Köln verliehen wird.

Dabei war es eine Reihe von Zufällen, die den den 26-Jährigen zu seiner Berufung führte: Im Rahmen seines Studiums der Kommunikationswissenschaften in Aachen besuchte der gebürtige Duisburger ein Filmseminar und bekam dort die Aufgabe, einen Kurzfilm zu vertonen. So wurde eine Schauspielerin auf seine Musik aufmerksam und vermittelte ihm Kontakte zu einer Filmproduktion, für die er schließlich seinen ersten professionellen Auftrag übernahm und den Kurzfilm „Sachliche Romanze” vertonte.

Es folgten deutschlandweite Aufträge, unter anderem für einen großen Versicherungskonzern und das Umweltministerium Rheinland-Pfalz. „Viele gute Aufträge kommen über Kontakte, Zufälle und Beziehungen zustande und weniger über Bewerbungen und Ausschreibungen”, weiß der junge Komponist aus eigener Erfahrung.

Die Liebe zur Musik entdeckte er im Alter von elf Jahren. „Mein Onkel hatte eine Gitarre und das wollte ich auch mal ausprobieren”, erzählt Bretschneider. Er nahm klassischen Gitarrenunterricht, stieg später auf die E-Gitarre um, lernte ein wenig Klavier und unternahm erste Versuche, am Computer zu komponieren. „Spielen und komponieren sind völlig verschiedene Dinge. Mein Hauptinstrument ist der Computer.”

Am liebsten mag er Filme mit starken Charakteren, die nicht sofort alles preisgeben. „Da kann man sehr gut mit Musik arbeiten und unterschwellig das wahre Ich der Personen herausarbeiten.” Und er weiß, wo beim Publikum die Tränendrüse sitzt. „Mir wurde gesagt, dass ich die traurigen Passagen ganz gut hinbekomme.” Es darf aber auch mal Action sein: „Das macht Spaß. Wichtig ist, dass man nicht immer dasselbe macht.” An einem Kurzfilm arbeitet er mehrere Monate lang - angefangen mit dem Lesen des Drehbuchs bis zum eigentlichen Vertonen des Films. Für andere Hobbys bleibt da nicht mehr viel Zeit.

Gespannt ist der junge Komponist, was der Wettbewerb für ihn und seine berufliche Entwicklung bringen wird. Wen lernt man kennen, welche Gespräche ergeben sich? „Das Drumherum ist genauso wichtig”, sagt Bretschneider, es gehe auch darum, Kontakte zu knüpfen.

Vor einem Jahr hatte er sich schon einmal für den Filmmusikpreis beworben und wurde abgelehnt. Diesmal ist er unter den 15 Nominierten. Aber die Konkurrenz ist groß. Viele Teilnehmer haben an Film- und Musikhochschulen wie dem Royal College of Music in London studiert. Deshalb schätzt Bretschneider seine Chancen als eher gering ein. „Ich bin froh, unter den Nominierten zu sein, das ist auch schon eine Auszeichnung.”

Sein Vorbild ist der deutsche Hollywood-Komponist Hans Zimmer. Er schrieb die Filmmusik zum König der Löwen, Batman - The Dark Knight, Fluch der Karibik und für den Da Vinci Code. Bretschneider hat sich die Herangehensweise des berühmten Komponisten angesehen und aus Interviews so manchen Tipp mitgenommen. Und der Lebenslauf seines Vorbildes macht ihm Mut: „Schließlich ist Hans Zimmer auch ein Quereinsteiger, der nicht Musik studiert hat.”

Moderation im Hochschulradio

Noch kann Bretschneider nicht von seiner Arbeit leben, weitermachen will er aber auf jeden Fall. Die Musik ist ihm wichtiger, als in einem anderen Bereich eine Karriere zu starten. Das Studium war dennoch nicht vergebens, viele Dinge kommen ihm bei seiner Arbeit zugute. Außerdem moderiert er im Hochschulradio alle zwei Wochen eine Kinosendung. „Da bekommt man noch mal einen anderen Blickwinkel”, sagt Bretschneider.

Sein Traum ist es, einmal die Musik für einen großen Kinofilm zu schreiben. „Für ein richtig großes Orchester”, schwärmt der Musiker.
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