Junge Menschen bewahren den Glauben auch in Zeiten der Krisen

Von: Nina Krüsmann
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Der Domvikar Elmar Nass (L) ha
Der Domvikar Elmar Nass (L) hat für sein Buch junge Erwachsene zum Glauben befragt. Auch Cornela Schroers und Arno Zilkens erzählen vom Wandel des Glaubens auf dem Weg zum Erwachsenwerden. Foto: Ralf Roeger

Aachen. „Glauben heißt, Dinge nicht zu tun, weil es alle tun oder es andere erwarten, sondern weil es richtig ist, Nächstenliebe zu leben” - so lautet eine der Kernaussagen des jetzt in Aachen entstandenen Buchs „Vision Mensch - Mission Hoffnung. Glauben, der wieder gewinnt”.

Initiator des Projekts und Autor ist Domvikar Dr. Dr. Elmar Nass, der tätig ist im Bischöflichen Generalvikariat Aachen in der Abteilung Personalplanung, -einsatz und -entwicklung. Pünktlich vor dem Papstbesuch in Deutschland soll das Buch Anfang September auf den Markt kommen und eine Vision für einen wieder gewinnenden Glauben entwerfen. „Das hat die Kirche ja gerade wirklich nötig”, stellt Nass fest.

Grundlage für das Buch ist eine Befragung junger Erwachsener aus dem Bistum Aachen, von denen viele in Aachen studiert haben. Mit Fragen wie „Was hat Dir Dein Glaube als Kind bedeutet?”, „Wie war das in der Pubertät?” und „Wie steht es heute mit Deinem Glauben?” versuchte Nass im Laufe des vergangenen Jahres, der Entwicklung auf die Spur zu kommen, die viele Gläubige gerade in den Jahren des Heranwachsens durchmachen. Dazu verschickte er Fragebögen an rund 30 junge Erwachsene, die zum erweiterten Kreis seines ehemaligen Jugendmesskreises in Viersen-Süchteln gehören.

Als Kaplan hatte er diese Gruppe betreut und ab 2000 jährliche Ehemaligen-Treffen initiiert. Die 32-jährige Cornelia Schroers und der 30-jährige Anno Zilkens sind zwei der Befragten. „Ich war schon 16, als ich in der Pfarrjugend in meinem Heimatort aktiv wurde. Damals war ich auf der Kippe was meinen Glauben betraf”, erzählt Schroers. Erst die positiven Erlebnisse und das Miteinander in der Gruppe, der Austausch mit Jugendlichen in der gleichen Lage haben sie positiv beeinflusst. Nach einem vierjährigen Studium der Sozialarbeit an der Katholischen Hochschule in Aachen arbeitet Schroers heute in ihrer Heimat Viersen als Schulsozialarbeiterin mit Jugendlichen.

Glaube als Hafen

„So eine Jugendgruppe in einer Pfarre kann für die Heranwachsenden wie eine Tankstelle ein Hafen sein. Das sollte man nicht einfach auseinanderbrechen lassen”, betont Nass. „Es ist schade, wenn die Gruppe mit Ausbildungs- oder Studienbeginn auseinanderbricht. Auch wenn sich die beruflichen und privaten Wege trennen, kann man sich von Zeit zu Zeit treffen”, regt Schroers an. „Gut ist, wenn man offen über seine Glaubenserfahrungen sprechen kann. Das Manko ist oft, dass man zum Beispiel beim Studium in einer neuen Stadt auf sich allein gestellt ist”, schildert Zilkens seine Erfahrungen. Während seines Jura-Studiums schloss er sich deshalb einer katholischen Studentenbewegung an. Der gebürtige Aachener lebt heute in Köln und arbeitet als Referent für den Landrat in Euskirchen.

„Die Ergebnisse sind sehr persönlich, was ich beeindruckend finde. Es zeigt sich, wie den jungen Christen der Glaube zum Wegbegleiter wurde. Nicht immer waren sie dabei ohne Zweifel, Fragen oder auch Krisen”, erklärt Nass. Erlebnisse wie der Tod eines nahen Angehörigen, private Probleme oder ähnliches hätten oft Glaubensfragen aufgeworfen, aber auch die Beziehung zu Gott für den weiteren Lebensweg gestärkt. „Die Buchidee hat mich spontan begeistert, gerade auch, dass man dabei sehr persönlich wird und sich mit seinem eigenen Reifungsprozess auseinandersetzt. Dieses Beispiel ist zum Nachahmen empfohlen”, sagt Zilkens.

Das Buch „Vision Mensch - Mission Hoffnung. Glauben, der wieder gewinnt” von Dr. Dr. Elmar Nass erscheint Anfang September im Verlag Ferdinand Schöningh.
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