„Junge Freunde Ludwig Forum“ haben Unkonventionelles im Angebot

Von: Martina Feldhaus
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Bieten ein Programm für die junge Zielgruppe: die „Jungen Freunde des Ludwig-Forums. Das sind Magdalena Olschytzka (hinten links) und Benno Helpenstein (hinten rechts), sowie Maren Hartmann, Laura Platte, Christian Maniewski und Matthias Olschytzka (v.l.). Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Über 100 meist junge Leute strömten Anfang September ins Ludwig-Forum. Dort lauschten sie zuerst einer Diskussion über die aktuelle Kunstszene Polens mit Aktionskünstler Pawel Althamer – und im Anschluss konnten sie bei futuristischen Klängen der Aachener-Berliner Band Rangweg und polnischem Bier chillen.

„Tolle Leute, tolle Stimmung. Einfach eine runde Sache“, resümiert Magdalena Olschytzka diesen Abend. Genau so stellt sich die 26-Jährige das vor: kunst- und kulturinteressierte, junge Menschen, die an besonderen Orten oder direkt im Lufo zusammenkommen, um über Kunst und Kultur ins Gespräch zu kommen. Ganz ungezwungen, ohne ehrfürchtiges Schweigen oder bildungsbürgerliches Getue, einfach entspannt und locker diskutieren, nachdenken und auch Spaß dabei haben.

Für das junge Zielpublikum

Olschytzka ist seit März die neue Leiterin der „Jungen Freunde Ludwig-Forum“. Solche Vereine gibt es in ganz Deutschland, sie bieten bei Kunstmuseen ein Programm für das junge Zielpublikum. In Aachen war das eine Zeit lang eingeschlafen, jetzt, mit Olschytzka, sind wieder regelmäßige Veranstaltungen geplant. Etwa die sogenannte Lufo-Bar wie Anfang September. Das sind Abende mit Diskussionen, Musik und lockeren Gesprächen, die sich an den laufenden Ausstellungen an der Jülicher Straße orientieren.

Mit der bisherigen Resonanz ist Magdalena Olschytzka sehr zufrieden. „Vier Lufo-Bars hat es seit Juni gegeben. Um die 100 bis 130 Leute sind gekommen. Wir bauen dann die umgedrehten Schubkarren als Sitzgelegenheiten auf, die werden gerne angenommen.“ Die 26-Jährige schwärmt von einer Art Strandfeeling und der entspannten Atmosphäre der Abende. Etwa beim Public Viewing des WM-Spiels Deutschland gegen USA im Sommer. Im Anschluss sind viele noch zum Poetry Slam im Lufo blieben.

„Ich bin wirklich erstaunt, wie viele Kreative es in Aachen gibt, die sich nach solchen Veranstaltungen sehnen.“ Gleichgesinnte treffen und sich austauschen, das zieht. Sowohl solche, die sich für Kunst begeistern, als auch solche, die selber künstlerisch tätig sind – als Musiker, Designer, Künstler oder Fotografen.

Olschytzka findet ihr Publikum vor allem über die neuen Medien. Per Newsletter und über Facebook. 400 Mitglieder hat die Aachener Ausgabe der Jungen Freunde, die dem Verein Freunde des Ludwig-Forums angeschlossen sind, im sozialen Netzwerk bereits. Bei den Offline-Mitgliedern sieht es – noch – anders aus. 40 sind eingetragen. Eine Zahl, die Magdalena Olschytzka in Zukunft natürlich steigern will.

Eine Mitgliedschaft lohnt sich, wie sie sagt: „Sie kostet 15 Euro im Jahr, das ist nicht viel. Und dafür hat man freien Eintritt in alle Aachener Museen, bekommt 50 Prozent Erlass auf die Workshops und wird natürlich zu unseren Veranstaltungen eingeladen.“ Und da ist noch viel geplant. Eine kritische Disco zum Beispiel am 23. Oktober. Anfang nächsten Jahres gehen die Freunde dann raus aus dem Lufo rein in die Stadt.

„Wir bespielen vier Wochen lang den Kunstwechsel-Raum in der Wilhelmstraße“, sagt Olschytzka. Neben Kunst sind auch wieder Künstlergespräche und Konzerte geplant. Wichtig wie immer: Steif soll es nicht werden.

Obendrein hat die 26-Jährige bereits einen Stammtisch für Freunde-Mitglieder ins Leben gerufen. Die dürfen auch an den Vorstandssitzungen der Freunde des Ludwig-Forums teilnehmen, haben dort ein Stimmrecht und dürfen so einiges mitentscheiden. „Der Verein, das Ludwig-Forum und Brigitte Franzen unterstützen uns wirklich toll. Darüber bin ich sehr froh.“

Magdalena Olyschtzka will mit dem Vorurteil aufräumen, dass in Aachen in Sachen Kunst nicht so viel los ist. Und sie findet: Man kann auch selber was los machen. Demokratisch geht‘s deshalb im Verein zu, jeder darf sich einbringen. Und sie ist davon überzeugt, dass es viele Interessierte gibt, die das Lufo vielleicht noch nicht kennen, aber gerne wiederkommen, sind sie einmal dort gewesen.

Olschytzka hat in Aachen Soziologie und Philosophie studiert. Und hatte immer einen Hang zur Kunst. Freiberuflich arbeitete sie schon für die Aachener Galerie 18.30 und Robert Mertens. Mit ihren 26 Jahren fällt sie selber genau in die Zielgruppe der Jungen Freunde des Ludwig-Forums. Etwas Unkonventionelles bieten, das ist ihr Ziel. Die Freunde sind ihr „Baby“ geworden. Man darf also gespannt bleiben.

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