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Junge Forscher werkeln in der „Hexenküche”

Von: Martina Stöhr
Letzte Aktualisierung:
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Aus Kürbis, Petersilie und Roter Beete kann man wunderbar Farben herstellen: Hier sind gerade Karen, Ada, Annemieke und Penelope am Werk. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Da wird geschnitten, gerieben, gestampft und gerührt: die Jungen und Mädchen sind mit Begeisterung bei der Sache, als es um die Herstellung von Farben geht. Denn die kann man selbst machen.

Die Kinder zerhacken Petersilie, reiben Kürbis und Rote Beete und vermischen die Grundstoffe mit Öl, Wasser oder Spiritus.

„Igitt, das stinkt”, kommentiert die siebenjährige Karen, stampft aber weiter unermüdlich die Petersilie klein. In ihrem Mörser entsteht eine grüne Soße, die sich mit dem Pinsel ganz wunderbar auf dem Papier verstreichen lässt.

„Es ist so wichtig, dass Kinder schon ganz früh an die Naturwissenschaften herangeführt werden”, kommentiert Maria Schillinger, Schulleiterin der Gemeinschaftsgrundschule Laurensberg. Gerade deshalb freut sie sich, dass der Rotary Club Aachen Charlemagne den Zweitklässlern ihrer Schule eine zusätzliche Einheit in Sachen „Naturwissenschaften und Forschung” finanziert.

Diplombiologin Andrea Ewerts von der privaten Bildungseinrichtung „Science-Lab” organisiert diese zusätzlichen Kurse vor Ort. Sie arbeitet jeweils mit acht Kindern aus den zweiten Klassen.

Die bekommen dabei die Gelegenheit, ihren Forscherdrang ganz frei auszuleben. Dabei geht es entsprechend lebhaft zu. Und keiner schimpft, wenn die Farben auf den Tisch schwappen oder etwas auf den Boden kleckst.

Das Thema Farben hat Andrea Ewerts auf Wunsch der Schule gewählt. Dabei lernen die Kinder in drei Doppelstunden unter anderem etwas über die Farbenlehre, alte Höhlenmalereien und Tarnfarben in der Tierwelt. Und zu guter Letzt dürfen sie ihre eigenen Farben herstellen und die dann auch mit nach Hause nehmen. Das macht ihnen ganz offensichtlich sehr viel Spaß.

„Es war uns sehr wichtig, dass alle Kinder der zweiten Klassen in den Genuss dieses Angebots kommen”, sagt Maria Schillinger und träumt davon, zusätzliche Lehrer zu haben, um solche Aktivitäten regelmäßig anbieten zu können.

Aufgrund des Personalmangels sei es heute nur noch selten möglich, mit den Kindern in so kleinen Gruppen zu arbeiten. Und nur in kleinen Gruppen sei ein Experimentieren in der „Hexenküche” überhaupt möglich, meint Andrea Ewerts.

Zumal dann, wenn Kinder mit Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) in der Gruppe sind. Denn die halten die Lehrer auf Trab und erfordern besondere Aufmerksamkeit. Gerade für diese Kinder seien Angebote wichtig, bei denen sie sich nicht zwingend an starre Regeln halten müssen, sagt die Biologin.

Die Kinder experimentieren derweil munter weiter. Zum Schluss werden sie wissen, welcher Grundstoff sich mit welcher Flüssigkeit am besten lösen lässt. Und zu Hause können sie dann mit ihren selbstgemachten Farben eifrig drauflosmalen.

Damit auch die Eltern wissen, was ihre Kinder in der Schule gerade erforschen, bekommen sie ein Begleitheft an die Hand. So können sie die Experimente zu Hause wiederholen oder die gewonnenen Erkenntnisse noch einmal Revue passieren lassen.
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