Aachen - Jugendliche wünschen sich Feste und Paraden

Jugendliche wünschen sich Feste und Paraden

Von: Martina Stöhr
Letzte Aktualisierung:
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Aber bitte mit Sahne: Auch unter diesem Motto haben die jungen Leute aus dem Suermondtviertel ein Plakat entwickelt im Rahmen der Aktion „Gib der Stadt dein Gesicht”. Foto: Harald Krömer

Aachen. Sport, Kunst und freundliche Orte für ein buntes Zusammenleben wünschen sich die jungen Leute im Suermondtviertel.

Sie wollen ihr Umfeld lebendiger gestalten und vermitteln ihre ganz eigenen Vorstellungen jetzt unter dem Motte „Gib der Stadt dein Gesicht” in einer Werbekampagne.

Gemeinsam mit der Fotografin Patricia Eichert inszenierten sie ihr Viertel in fünf Motiven, die einen Tag ganz nach ihrem Geschmack zeigen.

Als Plakate sind die Bilder inzwischen auf fünf großen Werbeflächen im Suermondtviertel und auf einer Litfaßsäule zu sehen, ab 16. Januar sind sie dann auch als Postkarten in Umlauf.

Die Motive sind künstlerische Umsetzungen einer Vielzahl von Ideen, die die Jugendlichen gemeinsam mit der Fotografin realisierten. Jedes der Motive ist mit einem Titel versehen, der die Wünsche der Jugendlichen auf den Punkt bringt.

„We like move it” verweist etwa auf die Idee, ausgewählte Orte des Suermondtviertels von ihrem Schattendasein zu befreien und durch Straßenfeste oder Paraden zu beleben, die den jungen Leuten gleichzeitig die Möglichkeit bieten, sich und ihre Kultur zu präsentieren.

„Aber bitte mit Sahne” lädt ein, die Schulhöfe zu öffnen und mit Straßencafs auch der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Und das Motiv „We will rock you” will die Bedeutung des Suermondtplatzes als Bühne und Drehscheibe des Viertels vorführen. Hier sollte auch in den Abendstunden etwas los sein, wünschen sich die jungen Leute.

Forschungsprojekt

Zusammen mit den Organisatoren des Projekts gingen sie jetzt noch einmal vor Ort, um das Ergebnis ihrer Ideenwerkstätten vorzustellen. Gemeinsam mit der Stadt Aachen hatte der Verein „Jugend Architektur Stadt” im Rahmen eines Forschungsprojekts Schüler dazu eingeladen, über eine Gestaltung des Viertels nachzudenken, die ihren Bedürfnissen gerecht wird.

„Die jungen Leute sind ansonsten eher schwer zu erreichen”, meinte Baudezernentin Gisela Nacken, als die Ergebnisse jetzt der Öffentlichkeit vorgestellt wurden.

Bei den jungen Leuten kam die Aktion offensichtlich gut an. „Es hat Spaß gemacht”, meinen etwa Conny Eschweiler (18) und Raphael Reitz (19) einmütig. Sie sind besonders stolz darauf, dass sie die Gelegenheit erhielten, die Ergebnisse ihrer Arbeit in Berlin zu präsentieren.

Immerhin war ihr Projekt eines derjenigen, die im Rahmen des Forschungsprojekts „Jugendliche im Stadtquartier” des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung unter 222 Bewerbungen ausgewählt wurden.

Und auch wenn sie selbst voraussichtlich nicht mehr in den Genuss kommen, die Ergebnisse ihrer Arbeit als Schüler zu nutzen, freuen sie sich wie Conny Eschweiler für die, die nach ihnen kommen.

Auch der 15-jährige Stef Tecasala war mit Begeisterung bei der Sache, obwohl es während der Termine vor Ort oft kalt und ungemütlich gewesen sei. „Es war schon anstrengend, aber es hat sich gelohnt”, meint er.

Und so stapften die Schüler jetzt noch einmal tapfer durch den Schnee, um jene Orte vorzustellen, die sie gerne so gestalten würden, dass sie sich dort wohlfühlen und ihre Interessen ausleben können. In einem eigens erarbeiteten Fragebogen können die Anwohner ihre Eindrücke von der Kampagne festhalten.

„Erst an den Rückmeldungen werden wir sehen, ob unsere Werbekampagne erfolgreich war”, meint Thorsten Schanz vom Verein „Jugend Architektur Stadt”.
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