Jugendliche sollen angesprochen werden

Von: Jan Mönch
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Vom 10. September bis zum 25. Oktober in der VHS zu sehen: „Demokratie stärken - Rechtsextremismus bekämpfen” heißt die Ausstellung, die Winfried Casteel federführend betreut. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Mal mehr, mal weniger intensiv wurde das Thema Rechtsextremismus in den vergangenen 20 Jahren an der Volkshochschule (VHS) Aachen behandelt. Das jedenfalls ist die Einschätzung von Winfried Casteel, an der VHS zuständig für die politische Bildung.

Und in den kommenden Wochen wird der Fokus wieder verstärkt auf die braune Gesinnung und ihre Vertreter gerichtet. „Demokratie stärken - Rechtsextremismus bekämpfen”, lautet der Titel einer Ausstellung, die von der Friedrich-Ebert-Stiftung speziell für Jugendliche konzipiert wurde und vom 10. September bis zum 25. Oktober in den Räumlichkeiten der VHS zu besuchen ist.

„Man kann sich die Ausstellung natürlich auch allein ansehen, aber das Konzept sieht einen Begleiter, einen lebenden Leitfaden´, vor”, erklärt Winfried Casteel.

Und der „lebende Leitfaden” führt durch Themenfelder wie „Das rechtsextreme Weltbild”. Antisemitismus, Sozialdarwinismus, Chauvinismus: „Die Einstellungsmuster des Rechtsextremismus folgen im Kern alle einem Prinzip der Ungleichheit”, erläutert Winfried Casteel.

Auch Erklärungsansätze für die Ursachen des Rechtsextremismus liefert die von „Nachrichten”-Mitarbeiter Michael Klarmann mitkonzipierte Ausstellung. „Psychologisch liegt ein geringes Selbstwertgefühl zu Grunde”, bestätigt Winfried Casteel eine weit verbreitete Ansicht über Rechtsextremisten. „Aber das ist natürlich nicht alles. Soziologisch betrachtet etwa hängt vieles vom Milieu ab.”

Auch auf Verbindungen zwischen dem extremistischen Lager und der bürgerlichen Mitte macht die ab einem Alter von etwa 14 Jahren geeignete Ausstellung aufmerksam. Denn diese Schnittstellen werden von den Extremisten gezielt ausgenutzt. Etwa wenn es um die „Todesstrafe für Kindermörder” geht oder darum, den Neubau einer Moschee zu verhindern. „So spricht man viel mehr Menschen an, als wenn man zum Beispiel den Holocaust in Frage stellt. Und das wissen die Rechtsextremisten”, warnt Casteel.

Weiterhin werden „Stammtischparolen” behandelt, auch meldet sich ein Aussteiger zu Wort. Und wie eine Gemeinde sich gegen die braune Gefahr wehrt, wird am Beispiel Düren gezeigt. „Rechtsextremismus kann nur gedeihen, wenn kein Widerstand geleistet wird”, stellt Winfried Casteel fest. „Und hier in der Region gibt es eine breite Gegenbewegung.”

Die Ausstellung ist wochentags von 8 Uhr bis 20 Uhr in der zweiten Etage der VHS zu besichtigen. Gruppen müssen sich für eine Begleitung anmelden per E-Mail an: vhs.wege@mail.aachen.de.
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