Aachen/Kreis Heinsberg - „Jugend debattiert“: Schüler haben die besseren Argumente

„Jugend debattiert“: Schüler haben die besseren Argumente

Von: Kathrin Albrecht
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„Jugend debattiert“: Im Pius tauschten Tim Münster, Ella Solbach, David Weber und Vivian May ihre Argumente aus. Foto: Andreas Schmitter

Aachen/Kreis Heinsberg. In der Aula des Pius-Gymnasiums stehen Vivan May vom Cornelius Burgh-Gymnasium in Erkelenz, Ella Solbach vom St. Leonhard-Gymnasium in Aachen und David Weber und Tim Münster vom Couven-Gymnasium um ein Podest. Die Vier sind Teilnehmer am bundesweiten Schul-Wettbewerb „Jugend debattiert“.

Sie haben sich in der Altersstufe 1 (14 bis 16 Jahre) für die Teilnahme am Finale des regionalen Wettbewerbs qualifiziert. An diesem Abend soll entschieden werden, wer am Landeswettbewerb teilnimmt. Das Quartett debattiert zur Streitfrage „Sollen Eltern zur Teilnahme an Elternabenden verpflichtet werden?“

Tim ist für eine Verpflichtung, will Eltern sogar vertraglich dazu verpflichten, mindestens einmal pro Halbjahr an einem Elternabend teilzunehmen. Ausschlaggebendes Argument ist für ihn das Kindeswohl. Schule sei ein wichtiger Teil im Leben eines Kindes, Eltern müssen sich diesem Teil stellen und aktiv daran teilnehmen, findet er. David argumentiert dagegen. Rechtlich könne man Eltern nicht dazu zwingen, außerdem gebe es für Eltern durchaus triftige Gründe, warum sie nicht teilnehmen könnten, beispielsweise durch berufliche Verpflichtungen. Das Kindeswohl haben diese Eltern aber auch im Blick.

Zwölf Minuten freie Rede

Zwei Minuten hat jeder Teilnehmer Zeit, in der Eingangsrunde seine Position darzustellen. Dann wird zwölf Minuten lang frei miteinander diskutiert. Alle sind konzentriert bei der Sache, machen sich Notizen, um auf die Position des Vorredners eingehen zu können. Zum Schluss darf jeder noch einmal seine Position darstellen.

Der Schulwettbewerb „Jugend debattiert“ geht auf eine Initiative des ehemaligen Bundespräsidenten Johannes Rau zurück. Träger sind die Hertie-Stiftung, die Robert Bosch-Stiftung, die Stiftung Mercator und die Heinz Nixdorf-Stiftung. Die Idee hinter dem Wettbewerb ist, die rhetorischen Fähigkeiten der Schüler zu schulen. Teilnehmen können Schüler ab der 8. Schulklasse. Über Klassen- und Schulentscheide geht es bis zum bundesweiten Wettbewerb.

„Mit dem Projekt möchten wir nicht nur die deutsche Sprache fördern, sondern auch das politische Interesse wecken. Die Schüler debattieren über komplexe Sachverhalte und merken, dass sie sich wohlfühlen können, wenn sie sich in einer gehobenen Sprache ausdrücken“, so Christel Ellerich vom Pius-Gymnasium.

Die Schule nimmt seit 2004 am Wettbewerb teil. An diesem Abend ist sie zwar nur Ausrichter, mit Tobias Paulus stellt die Schule aber den Vorjahressieger im bundesweiten Finale. Dieser hat an diesem Abend die Seiten gewechselt und sitzt mit in der Jury. Ein bisschen leidet er mit den Debattanden mit. „Der Moment, wo das Herz am stärksten schlägt, ist, wenn man vorne am Podest steht“, erinnert er sich. In zwei Altersgruppen wird der Wettbewerb ausgetragen.

In der Altersklasse 2 (17 bis 20 Jahre) debattieren Lukas Benner und Henning Neumann vom Inda-Gymnasium in Kornelimünster, Hannah Redmann von der Betty Reis-Gesamtschule in Wassenberg und Shiwa Ghaei vom Couven-Gymnasium zur Streitfrage, ob die die kommunale Grundversorgung von Gas, Wasser, Strom und Abfall wieder vollständig in die öffentliche Hand überführt werden soll. Für die Altersklasse 1 hat es nach Meinung der Jury David am besten gemacht.

In der Altersklasse 2 entschied Lukas Benner den Wettbewerb für sich. Beide bereiten sich jetzt auf den Landeswettbewerb vor, die Qualifikation wird am 28. März in Oberhausen ausgetragen, das Finale findet am 30. März im Düsseldorfer Landtag statt.

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